Das Grauen hat einen Namen: Sebastian Aigner. Der Abwehrspieler der Austria Salzburg klagt öffentlich über das verfluchte Schicksal seiner Mannschaft: Sie gewinnen einfach zu oft. "Ein gutes Zeichen für den ganzen Verein? Ja, wenn man das so nennen will", wetterte Aigner in einer emotionalen Pressekonferenz. "Die Fans haben ja keine Ahnung mehr, wie es sich anfühlt, wenn wir mal verlieren. Die arme Jugend, die denkt, dass Fußball nur aus Feiern und Bierduschen besteht!"
Die Lage eskaliert. Nach dem jüngsten Sieg gegen Liefering haben einige Fans den dritten Bierstand des Abends gefordert, weil sie einfach nicht wussten, wie sie mit der positiven Energie umgehen sollten. "Ich habe schon Panikattacken bei mir selbst bemerkt", gestand Aigner. "Jedes Mal, wenn wir gewinnen, muss ich mir die Hände waschen, weil ich mich nicht daran gewöhnen kann, dass alles gut läuft."
Die Verantwortlichen reagieren bereits. Trainer Christian Schaider hat angekündigt, in den nächsten Spielen absichtlich ein paar Eigentore zuzulassen, um die Fans wieder an die Realität zu gewöhnen. "Vielleicht können wir ja auch mal absichtlich einen Elfmeter verschießen", überlegte Schaider. "Ich habe gehört, dass es ein sehr kathartisches Erlebnis sein kann."
Doch die Fans sind uneinsichtig. "Wir wollen Siege! Sofort!", skandierten sie bei der gestrigen Fan-Demo. Einige hatten sogar Transparente gemalt: "Wir sind noch nicht genug betrunken!" oder "Wann endlich wieder 3:0 gegen irgendwen?" Die Polizei musste einschreiten, weil einige Fans versuchten, das Vereinsgebäude zu stürmen und den Vorstand zu zwingen, ein Spiel absichtlich zu verlieren.
Die Situation spitzt sich zu. Die Austria Salzburg erwägt ernsthaft, einen "Verlust-Spezialisten" zu verpflichten, der darauf spezialisiert ist, Spiele zu verlieren. "Wir haben schon ein paar Kandidaten im Auge", verriet Sportdirektor Roland Kirchler. "Da gibt es einen Typen aus Kärnten, der hat in der letzten Saison 18 Spiele in Folge verloren. Der könnte uns echt weiterhelfen."
In der 2. Liga rumort es ebenfalls. Der Verband erwägt die Einführung einer "Siegertabelle", in der nur Mannschaften geführt werden, die regelmäßig verlieren. "Wir müssen die Fans vor zu viel Erfolg schützen", begründete ein Verbandsvertreter. "Es gibt Studien, die zeigen, dass ständige Siege zu einer erhöhten Lebenszufriedenheit führen können. Das können wir nicht zulassen."
Aigners größter Traum: Einmal verlieren, ohne dass die Fans einen Aufstand machen. "Stellt euch vor", sinnierte er, "wir verlieren 0:4, die Fans sind enttäuscht, aber dann kommt der Aufstand, die Diskussionen, die Analysen - das wäre wie Weihnachten und Ostern zusammen!" Bis es so weit ist, bleibt Aigner nur eines: weitersiegen und heimlich weinen.