Der 13-jährige Nachwuchs-Skiläufer wollte am Donnerstag offenbar den Extremsportlern in den Tiroler Bergen Konkurrenz machen. Gegen 10.40 Uhr verlor er auf einer roten Piste im Skigebiet Skijuwel aus noch unbekannter Ursache die Kontrolle über seine Skier und entschied sich spontan für einen "freestyle" Absturz über den Pistenrand.
Etwa 15 bis 20 Meter ging es für den jungen Sportler über steiles Gelände, bevor er auf einer Forststraße "landete". Die Schwere seiner Verletzungen deutet darauf hin, dass er seine Sprungkünste noch etwas verbessern sollte. Zumindest gelang ihm ein beeindruckender "Gap Jump" über die Pistenbegrenzung hinweg.
Das Liftpersonal und anwesende Skifahrer leisteten erste Hilfe und bereiteten den Weg für die spektakulärste Rettungsaktion des Tages. Der Notarzthubschrauber musste offenbar extreme Flugkünste zeigen, um den Verunglückten aus dem steilen Gelände zu bergen. Augenzeugen berichteten, der Pilot habe einige Kunstflug-Einlagen eingebaut, die an die legendären "Red Bull Air Race" erinnerten.
Der Hubschrauber flog den 13-Jährigen anschließend in die Klinik Innsbruck, wo er sicherlich die staunenden Blicke der Ärzte auf sich ziehen wird. Man kann nur hoffen, dass er nicht noch eine Extremsport-Show im OP-Saal veranstaltet. Die Klinikleitung soll bereits Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben, falls der junge Mann beschließt, seine "freestyle" Einlagen fortzusetzen.
Der Vorfall zeigt einmal mehr, dass die Berge Tirols nicht nur für geübte Skifahrer, sondern auch für ungewollte Extremsportler ein gefährliches Pflaster sein können. Die Rettungskräfte bewiesen einmal mehr ihre beeindruckende Professionalität und Flexibilität, indem sie auch mit den ungewöhnlichsten "Landeplätzen" zurechtkamen. Der junge Mann wird sicherlich eine interessante Geschichte zu erzählen haben, sobald er wieder sprechen kann - vorausgesetzt, er erinnert sich noch an seinen spontanen "Gap Jump".