Der Fußball in der 2. Landesliga Ost hat ein neues Rekordtempo erreicht - und zwar nicht auf dem Platz. Nein, die wahre Rasanz zeigt sich auf der Trainerbank. Mit Markus Siebenhandl verabschiedet sich nun bereits der sechste Übungsleiter in dieser Saison vom heimischen Rasen. Man könnte fast meinen, die Vereine hätten eine Art Staffellauf ins Leben gerufen, bei dem jeder Trainer nur eine bestimmte Anzahl an Spielen durchhalten muss, bevor er an den nächsten weitergereicht wird.
Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Während die Spieler noch darüber rätseln, welche Formation sie diesmal erwartet, haben die Trainer bereits ihr nächstes Ziel vor Augen - das nächste Engagement. Manche fragen sich schon, ob es nicht sinnvoller wäre, gleich einen Trainer-Karussell auf dem Platz zu installieren. Dann könnte jeder Spieler einfach in die Rolle des Trainers schlüpfen, wenn sein Vorgänger mal wieder gefeuert wurde.
Besonders kreativ war da schon der SC Wolkersdorf, der seinen Markus Siebenhandl nicht einfach feuerte, sondern ihm eine Art Abschiedsfeier spendierte. Eine Art "Danke für nichts"-Geste, bei der der Ex-Trainer noch einmal allen zeigen konnte, was er in seiner Amtszeit so geleistet hat. Ein echtes Volksfest für alle, die gerne Trainer scheitern sehen.
Und dann ist da ja noch Rene Herbst von Sierndorf, der es sich sogar leisten kann, seinen Abgang für den Sommer anzukündigen. Als würde er sagen: "Ja, ich weiß, dass ich bald weg bin, aber ich bleibe noch ein bisschen, um die Stimmung zu genießen." Eine Art Trainer-Zeitgeist, der sich gerade in der 2. Landesliga Ost etabliert.
Man fragt sich langsam, ob die Vereine nicht einfach eine Art Trainer-Dating-App einführen sollten. Dann könnten sich die Teams und die Trainer viel schneller finden, und man müsste nicht jedes Mal ein aufwendiges Feuern veranstalten. Swipe nach links für "falsche Taktik", swipe nach rechts für "hat zumindest versucht".
Die Spieler selbst sind mittlerweile so verwirrt, dass sie bei jeder Auswechslung schon nachfragen, ob sie jetzt zum Trainer befördert werden. Und die Fans? Die haben ihre eigenen Wetten abgeschlossen, wer als nächstes gehen muss. Die Quoten ändern sich stündlich, je nachdem, wie das letzte Spiel ausgegangen ist.
In einem Punkt sind sich jedoch alle einig: Die 2. Landesliga Ost hat das spannendste Trainer-Theater seit der Erfindung des Fußballs hervorgebracht. Wer weiß, vielleicht wird das ja bald zur offiziellen Disziplin - und die Trainer dürfen sich dann nicht mehr über mangelndes Interesse am Spielfeldrand beschweren.