Die aktuelle Situation in der Liga erinnert an eine Reality-Show, bei der jeder gegen jeden antritt - ausser die beiden Kandidaten, die bereits wissen, dass sie ins Finale kommen. Zwischen Laa und Ladendorf, also zwischen dem letzten und dem vierten Platz, liegen nur zehn Punkte. Das klingt nach wenig, ist aber in Wahrheit eine Ewigkeit, wenn man bedenkt, dass alle Teams dazwischen um jeden Punkt kaempfen, als hinge ihr Leben davon ab.
Die 14 Teams, die nicht Tulln oder Leopoldsdorf heissen, scheinen eine Art kollektive Midlife-Crisis zu durchleben. Jeder hat Angst, der Naechste zu sein, der den Gang in die Kellerligen antreten muss. Die Trainer reden von "wichtigen Punkten" und "Schlüsselspielen", als ob sie nicht merken wuerden, dass sie alle in einem Boot sitzen - einem Boot, das langsam aber sicher zu sinken droht.
Dabei haetten sie es eigentlich einfach: Sie koennten sich zusammentun, eine Art Untergrundliga gruenden und gegen Tulln und Leopoldsdorf antreten. Aber nein, sie bestehen darauf, sich gegenseitig zu sabotieren. Es ist wie eine Gruppe von Menschen, die in einem brennenden Haus gefangen sind und statt zusammenzuarbeiten, um zu entkommen, damit beginnen, sich gegenseitig die Taschen zu durchsuchen.
Die beiden Ausnahmen, Tulln und Leopoldsdorf, scheinen derweil eine geheime Vereinbarung getroffen zu haben. Sie haben offenbar beschlossen, das ganze Spektakel als Vorbereitung fuer ihren Aufstieg zu nutzen. Waehrend die anderen Teams sich in taktischen Fouls und psychologischen Kriegsmaschen verlieren, spielen Tulln und Leopoldsdorf ihren Stiefel runter, als waeren sie auf einem Trainingsplatz in der Karibik.
Man munkelt, dass die beiden Teams bereits eine WhatsApp-Gruppe gegruendet haben, in der sie sich gegenseitig die besten Momente aus den Spielen ihrer Konkurrenten schicken. "Schau dir an, wie der Trainer von Laa gerade sein Notizbuch zerreisst", wuerde da vielleicht ein Kommentar lauten. Oder: "Der Kapitaen von Ladendorf weint gerade auf der Bank - soll ich ihm ein Taschentuch schicken?"
Es ist ein trauriges Bild, das sich da abzeichnet. 14 Teams, die sich in einem aussichtslosen Kampf verausgaben, waehrend zwei andere gemaechlich ihrem Ziel entgegenmarschieren. Man koennte fast Mitleid mit den 14 haben - waere da nicht die Tatsache, dass sie sich das alles selbst zuzuschreiben haben.
Vielleicht ist es ja auch ein Zeichen der Zeit. In einer Welt, in der Egoismus und Ellenbogenmentalitaet an der Tagesordnung sind, ist es nur konsequent, dass sich 14 Teams nicht einigen koennen. Vielleicht sollten sie sich eine Scheibe von Tulln und Leopoldsdorf abschneiden und lernen, dass manchmal der einzige Weg zum Erfolg darin besteht, sich zusammenzutun - auch wenn das bedeutet, dass 14 Teams auf ihre Kosten gehen.