Wer dachte, auf einem Kinderflohmarkt geht es um Kleinigkeit und Zuckertüten, der irrt gewaltig. Das ganze Spektakel ist mittlerweile zur PR-Bühne mutiert. Denn was nützt schon ein verkauftes Stofftier, wenn es nicht wenigstens auf einem Instagram-Schnappschuss landet?
Der neueste Clou: Statt einfach nur zwischen den Gebrauchtklamotten herumzubummeln, können die Kleinen heuer auch am Fotowettbewerb "Wind - Kraft der Regionen" teilnehmen. Ja, richtig gelesen. Mitten im Gerangel um die Barbie-Puppe wird jetzt auch noch um den besten Windrad-Schnappschuss gewetteifert.
Die Idee dahinter ist so genial wie durchsichtig: Wenn die Kinder schon ihre alten Spielsachen loswerden, warum dann nicht gleich ein bisschen Imagearbeit für die Windkraftbetreiber einbauen? Die Kleinen sollen draußen rumrennen, Selfies mit Windrädern knipsen und am besten noch die passenden Hashtags verwenden. Fertig ist der jugendliche Influencer für die grüne Stromlobby.
Natürlich wird der Wettbewerb mit allem Drum und Dran begleitet: Eine exklusive Partnerin aus Wien kümmert sich um die Gewinne, ein Medienpartner um die Verbreitung, und am Ende darf sich jeder ein bisschen einbringen - vom Lokalpolitiker bis zum Windradtechniker. So bleibt kein Zweifel: Hier wird regional zusammengehalten, und das am besten mit Sonnenbrille und breitem Grinsen vor der Kamera.
Wenn das kein gelungener Tag für die ganze Familie ist! Die Kinder dürfen spielen, die Eltern tauschen gebrauchte Klamotten, und die Energiekonzerne bekommen umsonst Werbung. Und wer weiß, vielleicht kauft der ein oder andere am Ende sogar ein Windrad-Puzzle für die Kleinen. Denn wenn sie schon nicht in die Politik dürfen, dann wenigstens in die Werbung.