Was tun, wenn der Markt für chemische Produkte zu klein wird? Die Donau Chemie Gruppe hat offenbar eine geniale Lösung gefunden: Man produziert kurzerhand selbst das Personal, das die eigenen Bilanzen prüft.
"Warum externe Berater engagieren, wenn wir unsere eigene Bilanzbuchhalter-Fabrik haben?" soll der Vorstandsvorsitzende beim letzten Strategietreffen ausgerufen haben. Der Plan ist so simpel wie revolutionär: Aus einer Mischung aus kaufmännischer Grundausbildung, SAP-Sud und bürokratischem Eigenanspruch züchtet man den perfekten Zahlenknecht heran.
Die Anzeige liest sich wie ein Laborprotokoll. Fundierte kaufmännische Ausbildung und abgelegte Bilanzbuchprüfung - das sind die Grundbausteine. Dazu kommen mehrere Jahre Berufserfahrung als Katalysator, damit sich das Produkt unter realen Bedingungen bewährt. Die EDV-Kenntnisse fungieren als Stabilisator, damit das Gebilde nicht vor lauter Zahlenkompetenz implodiert.
Besonders clever: Die mehrsprachige Kommunikationsfähigkeit. "Ideal für den internationalen Export", wie ein Insider verrät. "Unsere Bilanzbuchhalter können in jedem Meeting die Steuervorteile der einzelnen Standorte erklären, ohne dass jemand etwas versteht."
Das Angebot liest sich wie eine Garantieerklärung für ein hochwertiges Industrieprodukt. "Nachhaltiger und sicherer Arbeitsplatz" - klar, schließlich hat man das Produkt selbst in der Hand. "Eigenständiges und verantwortungsvolles Aufgabengebiet mit großer Wertschätzung" - das ist der modulare Aufbau des Systems, damit es sich an jede Unternehmensstruktur anpassen lässt.
Die monetären Zusatzleistungen sind besonders raffiniert. Prämien für Verbesserungsvorschläge? Damit das Produkt sich selbst weiterentwickelt. Prämien für Mitarbeiterempfehlungen? Damit die Zuchtbasis wächst. Zusätzliche Pensionsvorsorge? Damit das Produkt auch nach der aktiven Phase noch Rendite bringt.
Der Clou sind die Gesundheitsleistungen. "Employee Assistance Program, Betriebsarzt, Vorsorgeuntersuchungen, Shiatsu, Büro Buddy" - ein ganzheitliches Pflegepaket, damit die Lebensdauer des Produkts maximiert wird. Wer will schon teure Neuproduktion, wenn das Altgerät noch tickt?
Die 38 Wochenstunden sind der energiesparende Eco-Mode, die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten das Update-System. Die Kantine ist der Tankstopp, der Laptop die mobile Schnittstelle.
Vierzehntausenddreihundert Euro brutto - das ist der Richtpreis für dieses Hightech-Produkt. "Je nach Qualifikation und Erfahrung ist eine Überzahlung möglich", heißt es in den Specs. Übersetzt bedeutet das: Je besser das Basismaterial, desto teurer das Endprodukt.
Der Clou zum Schluss: "Bei uns ist jede Person, unabhängig des Geschlechts, der Nationalität oder der ethnischen Herkunft, der Religion oder der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters sowie der sexuellen Identität willkommen." Ein inklusives Produktionskonzept, das alle Zutaten zulässt.
Ob sich dieses innovative Geschäftsmodell durchsetzen wird? Eines ist sicher: In der Donau Chemie Gruppe denkt man nicht nur in Molekülen, sondern auch in Monatsabschlüssen. Und das ist vielleicht die eigentliche chemische Reaktion, die hier stattfindet.