Als der Bus mit den Fußballerinnen vorfuhr, war es als hätte jemand versehentlich den Stummschalter ausgeschaltet. Tausende Menschen standen am Straßenrand, winkten, klatschten und hielten Schilder hoch, auf denen in großen Lettern stand: "Ihr seid unsere Heldinnen!" oder "Die Bomben können warten, erstmal die Siege feiern!".
Die Spielerinnen stiegen aus, nickten, lächelten und schauten sich um, als müssten sie sich vergewissern, dass das alles tatsächlich kein Fake-News-Film war. Die Stimmung war ausgelassen, fast euphorisch. Als hätten die Frauen gerade nicht ein Turnier gespielt, sondern die gesamte Stadt aus den Trümmern geholt.
Währenddessen standen die Verantwortlichen daneben und lächelten so breit, dass man fast ihre Gedanken lesen konnte: "Wenn das mal gut geht." Denn in Teheran weiß man: Ein bisschen zu viel Jubel und plötzlich denkt das Volk, es könnte auch über andere Dinge bestimmen. Zum Beispiel über die Frisur oder das Mikrofon bei der nächsten Pressekonferenz.
Doch die Spielerinnen ließen sich nicht beirren. Sie verteilten Autogramme, machten Selfies mit Fans und winkten den Hubschraubern zu, die über der Stadt kreisten. Ob die nun vom Geheimdienst oder vom Blumenlieferservice kamen, blieb unklar. Wahrscheinlich beides.
Am Abend gab es dann ein Empfangsdinner im Präsidentenpalast. Auf der Speisekarte stand: "Überraschungsmenü – bitte nichts fragen". Die Spielerinnen aßen tapfer, lächelten in die Kameras und fragten sich still, ob das hier nun der Beginn einer neuen Ära war oder nur eine sehr aufwendige Ablenkung vom Rest des Landes.
Die Verantwortlichen saßen daneben und tranken Tee, während sie schon die nächste Schlagzeile planten: "Frauen-Nationalteam: Zu laut oder genau richtig?".
Manchmal fragt man sich: Was wäre, wenn die Fußballerinnen beschließen würden, die ganze Sache zu drehen? Einfach weiterspielen, weiterlächeln und weitertäuschen – bis niemand mehr weiß, wer hier eigentlich wen feiert.
Doch bis dahin bleibt nur zu sagen: Bravo, Mädels. Ihr habt nicht nur Tore geschossen, sondern auch ein bisschen Normalität zurückgebracht. Ob die bleibt, ist eine andere Frage. Aber hey, erstmal Blumen.