Hui, was war das für ein Bonus-Gewusel im Salzburger Landtag! Erst wollten sie den Pflegebonus wegschaffen, dann wieder nicht, dann wieder doch, und jetzt plötzlich doch nicht. So hat man das Gefühl, beim politischen Roulette zuzuschauen, wo die Kugel mal hier, mal dort landet und die Spieler dabei jedes Mal verwirrter dreinschauen als zuvor.
Dabei fing alles so schön einfach an: Die Bonus-Abschaffung als Budget-Kürzungsmaßnahme. Die Pflegekräfte sollten spüren, dass auch sie ihren Teil zur Haushaltskonsolidierung beitragen müssen. Das ging aber mächtig in die Hose, als sich herausstellte, dass die Pfleger gar nicht so recht auf Streichlisten stehen. Also musste eine Alternative her, am besten eine, die nach etwas anderem aussieht, aber im Grunde dasselbe ist.
Und so trafen sich die politischen Bonus-Bastler zu Dutzenden Sitzungen, um sich etwas einfallen zu lassen. Sie grübelten, sie brüteten, sie quälten sich durch Papierberge und Formulare. Am Ende stellten sie fest, was jeder schon vorher wusste: Es ist einfacher, etwas zu behalten als es abzchaffen. Also behielten sie den Bonus und erfanden dazu eine Geschichte von rechtlichen Umsetzungsschwierigkeiten und dem Wunsch nach einer fairen Lösung.
Die Pflegekräfte können jetzt aufatmen und sich freuen. Sie behalten ihren Bonus, und die Politiker behalten ihr Gesicht. Ein Happy-End für alle, nur dass sich die ganze Geschichte angefühlt hat wie eine Komödie, bei der man das Ende schon vorher kennt, aber trotzdem bis zum Schluss zuschaut, weil man hofft, dass es doch noch eine Überraschung gibt. Tja, die Überraschung war: Es gab keine Überraschung.