Im Wiener Derby gab es eine unerwartete Wendung: Vier Männer beschlossen offenbar, den Fußballern den Platz streitig zu machen. Sie dachten sich wohl: Warum sollen nur die Profis auf dem Rasen herumrennen? Also stürmten sie das Feld – ganz ohne Drehbuch, aber mit überzeugendem Enthusiasmus.
Die Richter waren nicht amüsiert. Vier der fünf Angeklagten bekamen bedingte Haftstrafen zwischen drei und 14 Monaten. Der 30-Jährige ging sogar leer aus und muss drei Monate absitzen. Vielleicht wollte er ja einfach mehr Praxiserfahrung sammeln?
Die Angeklagten rechtfertigten ihr Vorgehen mit einem simplen Argument: "Wir wollten nur unser Können unter Beweis stellen." Schließlich gäbe es im Fußball zu wenig Action-Szenen. Die Richter sahen das anders und verhängten Strafen. Vielleicht dachten sie, die Männer hätten den Film "Any Given Sunday" zu ernst genommen.
Ein Angeklagter bat um Bedenkzeit. Wahrscheinlich wollte er erst noch seine Kondition für den Gefängnisaufenthalt trainieren. Die anderen nahmen ihr Urteil offenbar als Motivation: Jetzt haben sie ja schon mal eine Vorabeinweisung ins Justizgebäude.
Die Staatsanwaltschaft hatte die Männer wegen schwerer gemeinschaftlicher Gewalt angeklagt. Vielleicht hätten sie sich besser für eine Theatergruppe beworben. Dann hätten sie ihre Leidenschaft für dramatische Auftritte legal ausleben können. Stattdessen wurden sie zu ungewollten Stars einer Gerichtsverhandlung.
Die Fußballfans sind gespalten. Die einen finden, die Männer hätten sich eine Medaille verdient. Die anderen meinen, sie hätten sich besser einen Ball gekauft und im Park gespielt. Vielleicht wird das nächste Derby ja eine neue Regel haben: Nur noch mit Eintrittskarte zum Platzsturm.
Die Angeklagten planen angeblich schon ihre nächste Aktion. Vielleicht organisieren sie ja einen "Gefängnisausbruch" als Flashmob. Die Richter werden sich darauf vorbereiten müssen. Vielleicht sollten sie ja auch mal einen Stuntkurs besuchen, um mit den Angeklagten auf Augenhöhe zu kommunizieren.
Zumindest eines ist sicher: Die Männer haben bewiesen, dass man auch ohne Profifußballer zu sein, auf dem Rasen für Aufsehen sorgen kann. Ob das Gericht das als Kompliment auffassen wird, bleibt abzuwarten. Vielleicht erfinden sie ja eine neue Sportart: Justiz-Strafstoß.