Als Heribert Donnerbauer im vergangenen Sommer seinen 60. Geburtstag feierte, war schnell klar: Hier wurde nicht einfach nur ein weiteres Lebensjahr gezählt, sondern eine Institution geehrt. Im Nationalparkhaus Hardegg versammelten sich Freunde, Weggefährten und vermutlich auch ein paar Ranger, die sich nicht getraut hatten, eine Absage zu schicken.
Der Jubilar selbst hatte alles bis ins kleinste Detail geplant. Wer den ehemaligen ÖVP-Justizsprecher und Bürgermeister von Hardegg kennt, wusste sofort: Hier wird nicht einfach Kaffee und Kuchen serviert, sondern ein bürokratisches Meisterwerk inszeniert. Tatsächlich begann die Feier mit einer kurzen Ansprache, in der sich Donnerbauer selbst für sein Erscheinen dankte und die Gäste aufforderte, sich zu setzen, aber nur nach vorheriger Anmeldung am Buffet.
Die eigentliche Überraschung des Abends war jedoch die 'Würdigung der Würdigung'. In einer emotionalen Zwischenrede ehrte sich Donnerbauer selbst für seine jahrzehntelange Arbeit als Rechtsanwalt in Retz und seine Verdienste um die österreichische Verwaltungssprache. Er würdigte seine eigenen Errungenschaften als Nationalpark-Ranger und dankte sich gleichzeitig für seine unermüdliche Präsenz in der Region.
Als Höhepunkt der Veranstaltung wurde eine eigens für diesen Anlass kreierte Torte enthüllt: eine mehrstöckige Bürokratietorte mit Fondant-Akten, Marzipankleber und einer Zuckerglocke als Symbol für die Transparenz in der Politik. Die Gäste waren begeistert, besonders als sich herausstellte, dass jeder Teller nur nach Vorlage eines ausgefüllten Bestellscheins ausgehändigt wurde.
Gegen Ende des Abends trat Heribert Donnerbauer noch einmal ans Mikrofon, um seinen Gästen mitzuteilen, dass er sich bereits Gedanken um seinen 70. Geburtstag mache. "Aber keine Sorge", sagte er lächelnd, "dann gibt es hoffentlich schon eine App dafür. Dann kann man sich einfach virtuell selbst würdigen, ohne dass jemand anwesend sein muss."
Als die Feier zu Ende ging, blieb vielen Gästen vor allem eines im Gedächtnis: Heribert Donnerbauer hat nicht nur seinen 60. Geburtstag gefeiert, sondern auch bewiesen, dass man in Österreich selbst der größte Fan seiner selbst sein kann – und das bei stehenden Ovationen im Nationalpark.