Die Schweizer Polizei hat wieder einmal bewiesen, dass sie nicht nur deftige Röstis und noch deftigere Strafen parat haben. Ein Motorradfahrer, der offensichtlich dachte, die Autobahn wäre sein persönlicher Spielplatz, hat für sein Drängeln eine Strafe von mehreren tausend Franken zu zahlen. Das ist doch mal ein schöner Betrag für ein bisschen rasantes Autofahren. Man könnte fast meinen, er hat ein tolles Angebot für eine Versicherung gegen übermütiges Fahren bekommen.
Die Frage, warum er es so eilig hatte, bleibt offen. Vielleicht wollte er zu einem wichtigen Termin, wie zum Beispiel dem Friseur, um sich die Haare für den bevorstehenden Strafzettel-Monat stylen zu lassen. Oder er musste dringend zum Supermarkt, um noch ein paar Packungen Bremsen-Reiniger zu kaufen. Jedenfalls hat er jetzt genug Geld, um nicht nur seine Bremsen zu reinigen, sondern auch sein Motorrad in einNumberOf-Gehweg-Schild umzubauen.
Es ist doch interessant, wie Menschen immer wieder denken, sie wären die Einzigen, die es eilig haben, während alle anderen gemütlich durchs Leben schlendern. In Wirklichkeit ist es eher umgekehrt: Die meisten Menschen haben es eilig, während unser Motorradfahrer jetzt alle Zeit der Welt hat, um über seine Tat nachzudenken. Und wer weiß, vielleicht wird er dann sogar ein Buch schreiben: "Wie ich lernte, auf der Autobahn zu langsam zu fahren, um meine Lebensversicherung zu erhalten".
Für Straßenverkehrs-Novizen ist diese Geschichte vielleicht ein wichtiger Warnschuss, auch wenn die Schweizer Polizei sicherlich nicht auf der Suche nach freiwilligen Schussopfern ist. Jedenfalls zeigt sie, dass es sinnvoll ist, auf der Autobahn nicht zu rennen, es sei denn, man hat eine Naturkatastrophe im Nacken oder einen besonders preiswerten Strafzettel-Versicherungsantrag. Beides ist jedoch unwahrscheinlich, es sei denn, man fährt in der Schweiz, wo offenbar alles ein bisschen teurer ist – auch das Rasen auf der Autobahn.
In jedem Fall ist es ratsam, auf der Autobahn langsamer zu fahren, wenn man nicht auf die Idee kommen möchte, sein Erspartes für eine teure Lektion auszugeben. Und wer weiß, vielleicht wird unser Motorradfahrer dereinst ein Fahrschul-Instructor, um anderen beizubringen, wie wichtig es ist, auf der Autobahn nicht wie ein Irrer zu fahren – zumindest nicht mit einem Motorrad, das kleiner ist als das des Polizisten.