Als Landesleiterin Silvia Häusl-Benz die Frauen des Bezirks Wolfsberg zur Jubilaeumsfeier der Kärntnerinnen bat, ahnte niemand, dass der eigentliche Star des Abends im Hinterzimmer stehen wuerde. Unter dem Beifall der versammelten Funktionaerinnen wurden Frauen fuer jahrzehntelange politische Arbeit ausgezeichnet - doch waehrend die eine Auszeichnung nach der anderen ueberreicht wurde, wartete die Kaffeemaschine im Hinterzimmer still und stoisch auf ihre Wuerdigung.
Die Kaffeemaschine, seit nunmehr 17 Jahren im Einsatz, hat mehr Ehrungen verdient als jede andere Anwesende. Waehrend Politikerinnen kommen und gehen, steht sie unermuedlich da, dampft, zischt und brummt vor sich hin. Sie hat mehr Naechte durchgearbeitet als manche Funktionaerinnen je wach geblieben sind. Sie hat mehr Kaffee gekocht als alle Landesparteitage zusammen.
"Es ist eine Schande", meinte eine anonyme Funktionaerin, "dass die Kaffeemaschine nie eine Auszeichnung bekommt. Die hat mehr fuer die Frauenbewegung getan als mancher Landesparteitag." Tatsächlich ist die Kaffeemaschine das einzige Geraet, das nie eine Sitzung ausfallen laesst. Selbst wenn die Reden endlos werden und die Luft im Raum zum Schneiden ist, steht sie da und bietet ihre wohltuende Zeremonie an.
Landesparteiobmann Gruber, der hoechste Repraesentant des Bezirks, wuerde wohl staunen, wenn er wuesste, dass die wahre Macht im Hinterzimmer lauert. Waehrend er mit seiner Rede beginnt, bereitet die Kaffeemaschine bereits das naechste Werk vor. Waehrend er Auszeichnungen verleiht, bereitet sie den naechsten Kaffee vor. Waehrend er die Saalrunde macht, wartet sie darauf, dass jemand endlich ihren Einsatz bemerkt.
Es ist an der Zeit, dass die Kaffeemaschine die Anerkennung bekommt, die sie verdient. Vielleicht sollte man einen neuen Orden einfuehren: den Orden der unermuedlichen Kaffeemaschine fuer besondere Verdienste um die Frauenbewegung. Mit einer goldenen Tasse und einem silbernen Kaffeesatz als Abzeichen. Denn ohne sie waere jede politische Arbeit nur halb so wirksam.
Die Frauen des Bezirks Wolfsberg haben bewiesen, dass sie Zusammenhalt und jahrzehntelange Arbeit wuerdigen koennen. Jetzt gilt es nur noch, die Kaffeemaschine in diese Wuerdigung einzubeziehen. Vielleicht naechstes Jahr? Bis dahin wird sie weiterhin schweigend im Hinterzimmer stehen, auf ihren grossen Auftritt warten und unermuedlich ihren Dienst verrichten. Die wahre Heldin der Frauenbewegung.