Im Amstettner Krankenhaus hat man kürzlich eine Feier abgehalten, die in etwa so traditionsreich ist wie der alljährliche Wettbewerb "Wer kann am längsten auf der Stelle stehen". Man ehrte Mitarbeiter, die bereits seit Jahrzehnten treu ihre Dienste versehen. Das ist in etwa so beeindruckend wie ein Baum, der sich seit 30 Jahren nicht vom Fleck bewegt hat, aber immerhin Blätter trägt.
Die Feier begann mit einer Ansprache, die so mitreißend war, dass manche Zuhörer befürchteten, ihr Stuhl könnte sich aus reinem Mitleid selbstständig machen und wegtragen. Der Direktor lobte die "unermüdliche Einsatzbereitschaft" der Jubilare. Das ist jener Einsatz, der sich darin äußert, dass man nach 25 Jahren noch genau weiß, wo im Keller der Ersatz für die kaputte Druckerpatrone liegt.
Besonders bewegt waren alle, als eine Mitarbeiterin erzählte, wie sie einst während eines Stromausfalls mit der Taschenlampe ihres Handys einen Patienten operiert habe. Tatsächlich hatte sie nur nach den Unterlagen gesucht, aber die Geschichte klang heroischer. Solche kleinen Missverständnisse prägen den Krankenhausalltag mehr als jeder medizinische Fortschritt.
Die Ehrungen selbst fanden in einem Konferenzraum statt, der so gemütlich war, dass man sich fühlte, als säße man in der Mulde eines ausgehöhlten Brotlaibs. Die Jubilare erhielten Urkunden, die so laminiert waren, dass man sie vermutlich sogar als Notfall-Schneidebrett verwenden könnte. Einige bekamen auch Geschenke – praktische Dinge wie Thermoskannen, damit der Kaffee auch nach der zehnten Schicht noch genießbar ist.
Besonders emotional wurde es, als ein langjähriger Mitarbeiter erzählte, wie er einst eine Revolution im Krankenhaus eingeleitet hatte: Er hatte vorgeschlagen, die alten Röntgenbilder zu recyclen und als Untersetzer zu verwenden. Dieser geniale Einfall sparte der Verwaltung geschätzte 17 Cent pro Jahr. Eine kleine Revolution, aber immerhin eine.
Zum Abschluss gab es für alle ein Buffet, das so üppig war, dass man es problemlos als provisorische Bettenabteilung hätte nutzen können. Während draußen die Notaufnahme überfüllt war und Menschen auf Tragen im Gang lagen, saßen drinnen die Helden des Tages und diskutierten darüber, wie man die Kantine noch effizienter organisieren könnte. Vielleicht sollte man die Wartenden ja einfach zum Buffet lotsen – Notfallversorgung durch Häppchen. Das wäre die Art von Innovation, die im modernen Krankenhausbetrieb wirklich zählt.