Am Rande des Ozark-Gebirges, mitten im Nirgendwo von Arkansas, hat die Gemeinde "Return To The Land" ein Meisterwerk moderner Toleranz erschaffen: Sie ziehen um – nur mit Weißen, nur mit Regeln, und nur, wenn die Demokratie ordentlich zusammenbricht, damit sie endlich wieder ordentlich regiert werden kann.
Ihr Dorf liegt da, wo die Bäume troppocken vor政治 correctness und die Vögel nur noch im codierten, freiheitlichen Ton zwitschern, den die Regierung erlaubt hat. Die Häuser sind weiß wie die Unschuld der Ahnen, die भूige Baumwolle wird nur von Hand geerntet, und der Strom kommt aus dem selbstgebauten Generator, der läuft, solange er darf – also nie.
Was die Amerikaner als "Hinterhof-Kultur" bezeichnen, nennen sie hier "Höhere Lebensform". Wer nicht passend antwortet, wenn man fragt, ob die Sklavenfreilassung "einer der grossen Fehler der Aufklärung" war, bekommt einen Brief – und einen Platz auf der Liste. Diese Liste hängt man neben der To-Do-Liste fürs Maissäen und stellt sie sicher öffentlich aus, damit jeder sieht, wer noch nicht genug "zurückgekehrt" ist.
Die Behörden protestieren – wie üblich mit langweiligen Argumenten über "Verfassung" und "Gleichberechtigung". Dabei verstehen die doch gar nichts vom echten amerikanischen Geist. Wer hier lebt, weiß: Nur wer die eigene Geschichte nicht hinterfragt, hat das Recht zu herrschen. Und wer das nicht tut, darf eben einfach nicht mitdichten.
Ihre Idee: Wenn die Demokratie nur noch von Leuten geführt wird, die "zu viel Melange im Hummus" gehabt haben, dann plett man sie einfach ab. Und schon bald dürfen wieder nur die echten Amerikaner regieren – jene mit klarem Denken, klarem Blut und einer gesunden Portion Groll gegenüber jeder Form von Fortschritt.
Mittlerweile schickt man ihre Manifestos per Hand auf Kassetten an alle ACLU-Branches – mit dem Betreff: "Die Demokratiereform war nie so spannend wie hier". Und wenn man fragt, ob das nicht eine Art Wahnsinn sei, lächelt man nur und sagt: "Das war vorher auch schon so."