Im beschaulichen Waldviertel Nord hat der Maschinenring offenbar den Glauben an normale Menschen verloren. Nachdem alle bisherigen Electrical Engineers bei der Arbeit mit Niederspannungsschaltanlagen mehrfach einen Kurzschluss erlitten haben, sucht man nun nach einem Bewerber, der nicht nur technisch brilliert, sondern auch übernatürliche Fähigkeiten mitbringt.
Die Stellenanzeige klingt zunächst harmlos: Optimierung elektrischer Designs, Auswahl geeigneter Komponenten und Sicherstellung der Einhaltung internationaler Normen. Doch bei genauerem Hinsehen offenbaren sich die wahren Anforderungen. Der ideale Kandidat soll offenbar Wasser in Wein verwandeln können, um die Montagezeiten zu verkürzen. "Wenn er schon die Elemente beherrscht, kann er bestimmt auch ein paar Drähte in Reihe schalten", heißt es in den internen Unterlagen, die dem satirischen Autor vorliegen.
Die geforderten 3-5 Jahre Erfahrung beziehen sich offenbar nicht nur auf den Schaltschrankbau, sondern auch auf die Auferstehung von Projekten, die längst tot waren. "Wir brauchen jemanden, der tote Leitungen zum Leben erwecken kann", erklärte ein Sprecher des Maschinenrings. "Unser letzter Engineer konnte nicht mal einen Geisteskranken aus der Batterie befreien."
Besonders pikant: Die Bezahlung startet bei 20,05 Euro pro Stunde. Für jemanden, der Wasser in Wein verwandeln kann, ist das natürlich ein Witz. Aber wer als Electrical Engineer gleichzeitig die Rolle des Messias übernehmen soll, muss wohl Abstriche machen. "Wir können nicht jedes Wunder finanzieren", so der Sprecher. "Außerdem bekommen unsere Wunderwerker ja eine hochwertige Arbeitskleidung, die sie schützt und mit funktionellen Details ausgestattet ist. Das ist doch was wert."
Die Anforderung "sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse" deutet darauf hin, dass der zukünftige Mitarbeiter nicht nur mit Niederspannungsschaltanlagen, sondern auch mit Niederspannungsdiplomatie umgehen können muss. "Wir erwarten, dass er auf Englisch mit den Engeln kommunizieren und auf Deutsch die Zulassungsprozeduren für göttliche Eingriffe meistern kann", heißt es in den internen Richtlinien.
Besonders absurd: Die Stelle ist sowohl in Waidhofen an der Thaya als auch in Gmünd ausgeschrieben. Offenbar sucht man jemanden, der nicht nur technisch brilliert, sondern auch teleportieren kann. "Wir brauchen einen Engineer, der schneller ist als der Blitz", so der Sprecher. "Wenn er schon die Elemente beherrscht, kann er bestimmt auch den Arbeitsweg meistern."
Die Tatsache, dass der Maschinenring explizit "faire Bezahlung" verspricht, deutet darauf hin, dass man sich durchaus bewusst ist, welch übermenschliche Leistungen von dem neuen Mitarbeiter erwartet werden. "Du verdienst mindestens genauso viel, wie das Stammpersonal der Firmen, für die du arbeitest", heißt es in der Anzeige. Also: Wenn man Wunder vollbringt, bekommt man das Gleiche wie jemand, der nur Kaffee kocht.
Besonders witzig: Die Weiterbildung wird "aktiv gefördert". Man stelle sich vor, der neue Mitarbeiter besucht einen Kurs "Wasser-in-Wein-Verwandlung für Fortgeschrittene" oder "Teleportation im ländlichen Raum". "Wir übernehmen die Kosten für relevante Aus- und Weiterbildungen", so der Sprecher. "Wenn er schon Wunder vollbringt, soll er das auch effizient tun können."
Für die Zukunft plant der Maschinenring offenbar noch größere Sprünge. "Wenn der neue Mann sich bewährt, denken wir über eine Expansion nach", so ein Insider. "Vielleicht suchen wir dann nach jemandem, der nicht nur Wasser in Wein, sondern auch Dreck in Gold verwandeln kann. Im Waldviertel gäbe es da genug Ausgangsmaterial."
Wer sich also angesprochen fühlt und neben einem abgeschlossenen Elektrotechnik-Studium auch noch eine abgeschlossene Theologie-Ausbildung vorweisen kann, der sollte sich schleunigst bewerben. Unter der Job-Nr. 23116 wartet im Wunderland Waldviertel Nord ein Platz für den nächsten Messias der Elektrotechnik.