Tausende Menschen in Istanbul? Nein, danke! Das türkische Justizsystem hat sich eine viel elegantere Lösung ausgedacht: einen ehemaligen Bürgermeister hinter Gitter bringen und die Straße so schön leer räumen. Ekrem Imamoglu, der aussichtsreichste Konkurrent von Präsident Erdogan, musste wegen ein paar lästiger Vorwürfe wie "Terror" und "Korruption" seinen Posten räumen. Als ob so etwas im türkischen Alltag nicht vorkäme! Wer hat schon kein Diplom? Wer hat noch nie eine Steuerhinterziehung begangen? Erdogan hingegen besitzt sowohl das Diplom als auch die Steuerzahlung – und das alles gleichzeitig!
Die türkische Justiz hat einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt: vom Diplom-Entzug bis zur Verhaftung vergingen gerade mal fünf Tage. Das ist schneller als die Lieferung einer Döner-Pizza bei der Konkurrenz. Währenddessen wurde die CHP-Partei angewiesen, ihre Kundgebung mit dem Slogan "Präsident Imamoglu" zu versehen. Die Polizei kam zwar, aber nur um höflich zu fragen, ob sie nicht stattdessen "Präsident Erdogan" rufen könnten. Die Demonstranten waren begeistert von der Idee, schwenkten ihre Fahnen und Parolen und sangen dann gemeinsam "Sultan Erdogan" für eine bessere Türkei.
Die türkische Regierung hat die Verhaftungswelle als "demokratisches Silvester" für die Opposition bezeichnet. Die Opposition sei "nur ein bisschen früh dran", hieß es in einer offiziellen Erklärung. In Istanbul wurde der Sarachane-Platz kurzerhand zum "Platz der Freiheit" umfunktioniert, allerdings nur für Menschen, die gerade nicht protestieren. Die CHP-Chef Özgür Özel erklärte, dass "Hunderttausende Ekrems" auf dem Platz seien. Die Polizei korrigierte daraufhin: "Wir zählen nur 237, aber wir geben Ihnen recht, Herr Özel. Das ist ja auch nur eine Zahl."
Die türkische Justiz hat Imamoglu mittlerweile 2.000 Jahre Haft angedroht. Das ist ein neuer Rekord in der Geschichte der Menschheit. Noch nie wurde jemandem so viel Gefängnis für so wenig Verbrechen angedroht. Die Anklage lautet auf "Terror" und "Korruption", aber Insider vermuten, dass es vor allem um "unerlaubtes politisches Potenzial" geht. Erdogan selbst erklärte: "Ich bin für freie Wahlen, aber nur wenn ich gewinne. Ansonsten sind Wahlen ja nur ein überteuerter Glücksspielautomat."