Die Steiermärkische Fahrradwerkstatt-Innung hat auf die gestiegenen Service-Preise mit einer Wellness-Offensive reagiert. Was früher "kleiner Service" hieß, heißt jetzt "Exklusive Fahrrad-Choreografie inklusive Aromaoel-Massage der Kette". Wer für 150 Euro kein Gefühl hat, reich zu sein, bekommt beim Verlassen der Werkstatt einen Ansteck-Button mit der Aufschrift "Ich war beim großen Service".
Die Preisspanne bei den Service-Angeboten ist so groß wie die Taille eines Rennrad-Fahrers nach der Saisonpause. Während einige Werkstätten für 35 Euro noch den Klassiker "Schaltung einstellen, Bremsen checken, Kaffee trinken" anbieten, locken andere mit "VIP-Tuning Deluxe": Hier wird das Rad von drei Mechanikern gleichzeitig begutachtet, während der Besitzer im separaten Ruheraum Prosecco trinkt und darüber diskutiert, ob Carbon-Rahmen ethisch vertretbar sind.
Besonders innovativ ist die neue "E-Bike-Wellness-Woche". Für nur 299 Euro bekommt der Kunde nicht nur ein Software-Update, sondern auch eine geführte Meditation über die Zukunft der Mobilität, eine Pediküre für die Pedale und die Option, sein Rad gegen eine Kaution von 1.000 Euro im Spa-Bereich zu parken. Wer möchte, kann auch eine individuelle Duftkerze für den Akku bestellen – Lavendel für Entspannung oder Pfefferminz für mehr Power beim Bergauffahren.
Die Arbeiterkammer Steiermark rät nach wie vor zum Preisvergleich. Andrea Büdenbender von der AK-Marktforschung empfiehlt: "Nehmen Sie sich Zeit, vergleichen Sie die Angebote und fragen Sie nach, ob im Preis auch die mentale Vorbereitung des Fahrrads auf die bevorstehende Saison enthalten ist." Einige Werkstätten bieten inzwischen sogar psychologische Betreuung für ängstliche Räder an, die nach dem Winter unter Fahrangst leiden.
Neu im Programm ist auch der "Social-Media-Check": Für 49 Euro wird das Rad professionell in Szene gesetzt, mit passendem Filter und Hashtags wie #bornforthisroad oder #pedalpower. Wer will, kann gegen Aufpreis auch einen Influencer mieten, der das frisch gewartete Rad durch Graz radelt und dabei von Passanten Autogramme einfordert.
Die Fahrradbörsen der AK Steiermark haben sich inzwischen zu wahren Volksfesten entwickelt. Neben dem Verkauf gibt es ein Rahmenprogramm mit Fahrrad-Etiquette-Kursen, wo gelernt wird, wie man als sportlicher Fahrer mit einem City-Rad Blickkontakt hält, ohne sich zu blamieren. Höhepunkt ist der "E-Bike-Parade-Gang", bei dem die Räder in einer langen Schlange über den Messeplatz geschoben werden, während die Besitzer ihre Software-Updates vergleichen.
Für alle, die sich die neuen Service-Preise nicht leisten können, gibt es einen Tipp der AK: "Man kann sein Rad auch selbst warten." Dieser revolutionäre Gedanke verbreitet sich langsam in der steirischen Fahrrad-Szene. Erste Selbsthilfegruppen entstehen, wo sich Menschen treffen, um gemeinsam an ihren Rädern zu schrauben und über die Absurdität des Lebens nachzudenken. Einige nennen es inzwischen "Fahrrad-Yoga" – eine Mischung aus Meditation und Wartungsarbeiten, bei der man lernt, dass man mit genügend Geduld und YouTube-Tutorials auch Bremsen entlüften kann, ohne ins Schwitzen zu kommen.