In der 2. Landesliga Ost wird gerade umgetauscht wie beim Frühlingsputz im Keller. Da hat Jürgen Fangmeyer in Neudorf zehn Spieler vor die Tür gesetzt und dachte, er könne so seine Mannschaft auf Vordermann bringen. Aber die Vereinsführung hatte eine bessere Idee: Warum nicht gleich den Trainer rauswerfen?
"Die Situation war unhaltbar", erklärte Sportchef Gerald Leagat am Montag. "Wir haben zehn Spieler, die Fangmeyer nicht wollte. Das kann nicht sein. Also haben wir Fangmeyer gefeuert und die zehn Spieler behalten." Es ist wie mit der Zahnbürste: Erst schmeißt man die alte weg, dann kauft man eine neue.
Nun übernimmt das restliche Trainerteam gemeinsam mit Routinier Zdenek Sturma interimistisch. Sturma hat schon viel erlebt im Fußball, aber Interimstrainer zu sein, ohne es zu wollen, ist eine neue Erfahrung. "Ich dachte, ich bin nur da, um den Jungen die Füße zu wärmen", sagte Sturma. "Jetzt bin ich der Mann mit dem Plan. Der Plan lautet: Nicht untergehen."
Die zehn Spieler, die Fangmeyer loswerden wollte, sind erleichtert. Sie können bleiben, wo sie sind, und müssen sich keine neue Mannschaft suchen. Das ist wie bei der WG, wenn einer auszieht und plötzlich alle anderen ein Zimmer mehr haben.
Die Fans in Neudorf sind gespalten. Die einen sagen: "Endlich mal ein mutiger Schritt!" Die anderen sagen: "Was soll das? Der arme Fangmeyer." Es ist wie bei der Wahl des WM-Gastgebers: Die einen sind dafür, die anderen dagegen, und am Ende gewinnt Katar.
Die Moral von der Geschicht? Im Fußball ist nichts so sicher wie die Unsicherheit. Und wenn man zehn Spieler nicht mehr will, sollte man vielleicht zuerst mit ihnen reden. Aber das ist wohl zu einfach gedacht. Viel einfacher ist es, den Trainer zu feuern. Dann hat man zumindest eine Weile Ruhe vor den Journalisten. Und die zehn Spieler? Die stehen schon im Bus.