Die Fußballwelt steht Kopf: Der Aufsteiger USV Ferschnitz bereitet sich nicht auf den Klassenerhalt in der 1. Klasse West vor, sondern auf die Eroberung Europas. "Wir haben die Konkurrenz schwindelig gespielt", erklärt Sektionsleiter Roland Hiessleitner und meint damit nicht nur die Testspiele, sondern den gesamten österreichischen Fußball. "Das 3:0 gegen Wolfsbach war nur der Anfang. Nächstes Jahr spielen wir in der Champions League, da bin ich mir ganz sicher."
Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, hat Hiessleitner bereits drastische Maßnahmen eingeleitet. "Wir haben alle Spieler auf eine spezielle Diät gesetzt. Die besteht hauptsächlich aus Wachstumshormonen und Einhornfleisch." Außerdem wurde das Trainingsprogramm um einige unkonventionelle Elemente erweitert. "Wir lassen die Jungs jetzt täglich gegen Wölfe antreten. Das schärft den Überlebensinstinkt und die Zweikampfstärke."
Der Saisonauftakt gegen Petzenkirchen wird bereits als erste Standortbestimmung für den geplanten Siegeszug durch den europäischen Fußball gesehen. "Wenn wir die nicht mit mindestens zehn Toren Unterschied schlagen, weiß ich auch nicht", meint Hiessleitner. "Aber ich habe volles Vertrauen in meine Mannschaft. Die hat schließlich schon gegen Schattenbox-Champion Franz 'Der Schlag' Muster trainiert."
Für den weiteren Saisonverlauf sind weitere spektakuläre Neuzugänge geplant. "Ich hab da so einen Typen im Auge, der kann den Ball mit bloßer Willenskraft bewegen. Und eine Frau, die pfeift so laut, dass der Torwart jedes Mal taub wird, wenn sie Elfmeter vergibt." Auch eine Kooperation mit einem örtlichen Geisterbeschwörer steht kurz vor dem Abschluss. "Der kann die Seelen verstorbener Fußballlegenden herbeirufen. Stell dir vor, Pele spielt in Ferschnitz!"
Die Konkurrenz reagiert mit einer Mischung aus Belustigung und Entsetzen auf die Pläne der Ferschnitzer. "Die spinnt der Hiessleitner völlig", meint ein anonymer Trainer. "Aber wenn die mit dieser Einstellung wirklich aufsteigen, kann ich ihnen keinen Vorwurf machen." Ein anderer meint nur: "Ich hoffe nur, dass die nicht irgendwann anfangen, mit Zeitreisen zu experimentieren. Dann wär ich nämlich echt bedient, wenn ich gegen die 70erer Bayern oder das brasilianische WM-Team von 1970 spielen müsste."
Ob Ferschnitz mit seinen ambitionierten Plänen am Ende erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur eins: Die Fußballwelt wird in den nächsten Monaten einige Überraschungen erleben. Und wenn alles schiefgeht, kann sich Hiessleitner immer noch eine neue Karriere als Verschwörungstheoretiker aufbauen. "Ich sag euch, die da oben wollen nicht, dass wir erfolgreich sind. Die haben doch alle Angst vor uns!"