Hetzendorf hat wieder einmal bewiesen: Hier kennt man keine halben Sachen. Als sich am Mittwochabend ein einfacher Zimmerbrand zu einem denkbaren Inferno hochstilisierte, rückten die Feuerwehren an, als wäre der Mount Everest selbst in Flammen aufgegangen. Fünf Wehren mit 73 Einsatzkräften, 17 Fahrzeuge - eine logistische Meisterleistung, die an die Invasion der Normandie erinnert, nur dass hier die Bedrohung nicht von Nazi-Deutschland, sondern von einem übermotivierten Ofen ausging.
Der Atemschutztrupp, der als Erster ins Gebäude vordrang, berichtete von "nahezu Nullsicht". Man fragt sich, ob der Trupp eigentlich auch bei normalem Wohnzimmernebel alarmiert werden würde. Aber nein, in Hetzendorf wird nicht gelüftet, sondern gelöscht. Die Rauchabzugsöffnung wurde geschaffen, bevor der Rauch überhaupt wusste, was ihm blüht. Ein Druckbelüfter tat sein Übriges, um dem Rauch den Weg nach draußen zu zeigen - höflich, aber bestimmt.
Die Unterstützung weiterer Feuerwehren für einen Atemschutzreservetrupp wirft die Frage auf: Was macht man, wenn die Atemschutzreservetrupps selbst in Reserve stehen müssen? Werden dann Atemzugreservetrupps alarmiert? Die Betriebsfeuerwehr Stahl Judenburg wurde zum Nachfüllen der Atemschutzflaschen hinzugezogen - ein Service, der normalerweise nur bei Tankstellen für Feuerwehr-Oldtimer angeboten wird.
Durch den Brand entstand erheblicher Sachschaden - eine Aussage, die so offensichtlich ist wie die Tatsache, dass Wasser nass ist. Man könnte fast meinen, die Feuerwehren hätten den Brand extra verlängert, um den Sachschaden zu maximieren. Schließlich müssen die Einsatzkosten irgendwie gerechtfertigt werden.
Die genaue Brandursache ist derzeit noch Gegenstand polizeilicher Ermittlungen. Man darf gespannt sein, ob die Ermittler den Ofen selbst als Brandstifter anklagen oder ob sie eine Verschwörung der Haushaltsgeräte vermuten. Vielleicht hat ja der Kühlschrank den Ofen angestiftet, aus Angst, als Nächstes dran zu sein.
Die Bilanz des Einsatzes: 73 Feuerwehrleute, 17 Fahrzeuge, sechs Polizeikräfte, vier Rettungsfahrzeuge - insgesamt also 99 Einsatzkräfte für einen Brand, der von einer einzigen Feuerwehrfrau mit einem Eimer Wasser hätte gelöscht werden können. Aber wo bliebe da der Spaß? In Hetzendorf zählt nicht die Effizienz, sondern die Präsenz. Und wenn schon ein Zimmer brennt, dann bitte mit der gebührenden Inszenierung.