In der österreichischen Football-Liga, kurz AFL, geht es bald drunter und drüber. Acht Teams sollen gegeneinander antreten - mehr als in der Bundesliga, aber mit weniger Ballkontakt pro Spiel. Die Vienna Knights steigen auf, nachdem sie in der Division 1 den Titel holten. In der Division 1 gewinnt man noch einen Pokal. In der AFL gibt es stattdessen eine Urkunde und die Ehre, gegen echte Footballspieler anzutreten.
Neu dabei sind auch die Fehérvár Enthroners aus Ungarn. Die kommen nicht einfach so aus Spaß, sondern weil sie schon Erfahrung mit AFL-Fußball haben. Das ist so, als würde ein ehemaliger Schüler einer Hauptschule aufs Gymnasium wechseln und dann erzählen, er kenne das System ja schon von früher.
Das Teilnehmerfeld liest sich wie eine Mischung aus Bundesland-Ratespiel und EU-Osterweiterung: Vienna Vikings, Danube Dragons, Graz Giants, Prague Black Panthers, Swarco Raiders Tirol, Salzburg Ducks, Vienna Knights und Fehérvár Enthroners. Man könnte fast meinen, hier treten Städte und Regionen gegeneinander an - aber nein, das sind Teams. Und zwar solche, die sich vor allem in der Trikotwerbung übertreffen.
Die AFL-Saison verspricht also Spannung, Action und vor allem Verwirrung. Wer wird Meister? Wer schafft den Aufstieg? Und wer muss am Ende die Trikots selbst waschen, weil das Budget nicht reicht? Die Antworten darauf werden wohl erst nach der ersten Saisonhälfte klar - oder nie, wenn man die Punkteregeln nicht versteht.
Doch eins ist sicher: In Wien wird der American Football jetzt grossgeschrieben. Zumindest auf den Werbeplakaten. Ob die Zuschauer mithalten können, ist eine andere Frage. Vielleicht braucht es bald Dolmetscher, die den Unterschied zwischen Touchdown und Touchback erklären. Oder zwischen einem Spielzug und einem Einkaufszettel.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Acht Teams in Österreichs höchster Football-Liga - das ist so, als würde man in einer Dorfgaststätte acht verschiedene Biersorten anbieten. Beeindruckend auf dem Papier, aber in der Realität trinkt doch jeder beim Alten.