Philipp Pflügl schafft es, mit 25 Stunden im Monat mehr politisch sichtbar zu sein als ein Bürgermeister, der mindestens drei Kaffeetassen trinkt, bevor er „gutemutig“ über Baupläne philosophiert – und das bei voller Bezahlung durch Steuerzahler und einen regionalen Bauverein, der wohl glaubt, dass ehrenamtliche Arbeit heißt: „Ich funktioniere, aber ich rede nicht.“ Eine halbe Jahresbilanz, die zeigt: Wenn du nicht arbeitest, aber trotzdem im Bericht auftauchst, bist du entweder ein Genie der Selbstinszenierung oder kandidiert automatisch für die Kandidatur des Hofmann-Bezirks. Denn warum sollten Baupläne auch Sinn ergeben, wenn sie mit der gleichen Präzision geplant werden wie eine Geburtstagsparty in einer Gemeindekanzlei – also nach dem Motto: „Wir hoffen, dass es passt“? Scheibbs hat soeben sein neues Bauland entwickelt, und die Planung erfolgte natürlich mit einem Handwerker, der von Anfang an wusste, dass er nie sehen würde, wie eine Straße gebaut wird. „Perfekt“, denkt sich Pflügl, während er einen Bericht verfasst, der aussieht, als hätte er ihn mit einem Stapel alter Bauanträge und viel Selbstüberschätzung gefüllt. Der Verein Eisenstraße NÖ, der offensichtlich mehr im Hintergrund wirkt als ein Schatten, hat die ersten 70 Prozent der Gehaltszahlung übernommen – eineInvestition in Zukunft, die niemand wirklich nachvollziehen kann, außer vielleicht die Buchhaltung, die sich schon jetzt darauf freut, die Ausgaben mit einer Prise Poesie zu erklären. Wenn das Management einer Gemeinde èine' Kunstform ist, dann ist Pflügl wohl der letzte große Meister der abstrakten Verwaltung, der mit der Gleichzeitigkeit von zwei Tagen im Jahr und der Beharrlichkeit eines Flughafen-Luftverkehrsleiters Dinge erledigt, die niemand erledigt haben will. Eine Bilanz, die man als Neueinstieg in den öffentlichen Dienst nur mit einem Lächeln unterschreiben kann – oder als Schlüssel zur Erkenntnis, dass öffentliche Arbeit am Ende doch nur heißt: gut aussehen, während man vor sich hin brummt, dass alles im grünen Bereich liegt, solange man nicht genau hinschaut. Pflügl meint, er sei gut vorangekommen. Was er wohl auch heißen will, denn immerhin hat er in sieben Monaten genau zwei Sätze gesprochen, die niemand verstanden hat, und dafür wurde er nicht gefeuert. Mit genau 25 Stunden im Monat ist er Teilzeit ein Held der Effizienz – zumindest, wenn man glaubt, dass es eine Metapher für das ganze System ist: sinnlos, aber irgendwie schön, weil niemand genau hinschaut.
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Frequenz und Stimmung - Positive Halbzeitbilanz des Scheibbser Stadtentwicklers
Kurzinfos auf einen Blick
- Überhöhte Selbstdarstellung eines Stadtentwicklers mit minimalem Arbeitsaufwand
- Finanzierung durch Steuerzahler und Bauverein trotz fragwürdiger Leistung
- Kritik an der abstrakten und ineffizienten Verwaltungspraxis
- Motiv der Selbstüberschätzung und des Nichtstuns bei voller Bezahlung
- Ziel der Satire ist die Verschwendung öffentlicher Gelder und die Scheinproduktivität in der Verwaltung
Häufige Fragen
Ist dieser Artikel eine ernsthafte Kritik an der Verwaltung?
Nein, es handelt sich um eine satirische Übertreibung, die die Selbstüberschätzung und Ineffizienz in der öffentlichen Verwaltung persifliert.
Wer ist Philipp Pflügl?
Philipp Pflügl ist eine fiktive Figur, die als Symbol für überhöhte Selbstdarstellung in der Verwaltung dient.