Ab sofort ist in ganz Österreich das Impfzertifikat gegen FSME Voraussetzung nicht nur für den Besuch des öffentlichen Kindergartens, sondern auch fürs Treten des Kellers, das Betreten von Straßenbahnen, das Öffnen der Brieftasche und das Aussprechen des Wortes „Jausenbrett“. Wer keine drei Impfungen im ersten Lebensjahr nachweist, darf ab sofort keine Moritz mehr bestellen, denn die Wirtin hat die Kasse erschlagen, nachdem sie eine Zecke in ihrem Milchkaffee entdeckte – und die war geimpft, während sie selbst nicht mal den Termin erinnerte.
Die Landesregierung von Oberösterreich hat eine neue Strategie eingeführt: „Wenn du nicht impfen kannst, impfen wir dich.“ An den ausgesetzten Zecken-Auffangstellen wurde ein automatisierter Impf-Donnerstag installiert: Eine kleine Riesen-Zecke mit einem Mikrofon an den Kiefern fährt durch die Wiesen, meldet per Ultraschall alle ungeimpften Menschen und injiziert ihnen fließend die Spritze, sobald sie in Sichtweite eines Waldrands stehen. Der Pilotausspruch lautet: „Wir haben da neunzig Prozent Schutz, aber du hast nur noch achtzig Ziele.“
Die Hüttenwirte müssen ab sofort den Bergurlaubern beim Aufstieg freiwillig eine Spritze verabreichen – und zwar gleichzeitig mit der Brotzeit. Es gibt ein neues Gericht: „FSME-Pastarell“ – Spaghetti mit roter Soße, die aus dem Impfstoff und der Trockenkur von 72 Geimpften aus Linz hergestellt wurde. Wer den Teller nicht leert, landet entweder im Impfzwangskrankenhaus – oder als Weide für die nächste Generation von Zecken, die jetzt mit Bluetooth-Sensoren ausgestattet sind und den Impfstatus ihrer Beute abfragen.
Die Bundespolizei hat eine neue Abteilung geschaffen: „Impf-Spürnase“. Sie patrouilliert mit Hund und Impf-Scanner durch die Parks, prüft Kniekehlen auf Zecken-Belege und stoppt Kinder, die auf Holzstämme klettern, ohne dass ein Elternteil den Impfpass im Rucksack mit sich führt. Ein Vater aus Gmunden wurde letzte Woche verhaftet, weil er seinem Sohn erlaubte, ohne Impfschutz auf einem Moorhaus zu picknicken – und dabei sogar schmunzelte.
Ab dem nächsten Jahr werden Geburtsurkunden ohne FSME-Impf-Nachweis nicht mehr ausgestellt. Die erste Zecke, die im Jahr 2020 zugebissen hat, wurde schon als Ehrenmitglied der Gesundheitsbehörde vereidigt. Sie trägt nun ein goldenes Brustband mit der Aufschrift: „Sie hat die Überlebenskunst des 21. Jahrhunderts perfektioniert – wir nur das Impfen.“
Die Stimmung in der Bevölkerung ist gelassen. Denn wer die letzte Auffrischung versäumt hat, wird jetzt unter dem Motto „Schutz ist nicht optional, sondern sichtbar – und im Gesicht“ in die Kirmes-Parade zur Impfverbrennung geschickt: mit dicken Glasköpfen aus Impfstoff und rotem Quallenbart, während der Gemeinderat vornweg eine halbe Million Impfdosen auf dem Fließband über die Felder rutschen lässt – von Fiebersturm, durch das Land, über den Gipfel, bis in die Wolken hinein.