Es ist 4 Uhr früh, als die Sirenen durch Hoheneich heulen. Ein Wohnhaus brennt, und die Feuerwehr rückt aus, als ob es um die Wurst geht. 102 Mann, neun Feuerwehren - da könnte man meinen, die ganze Waldviertler Bevölkerung stünde in Flammen.
Doch dann die Überraschung: Statt eines brennenden Inferno wird ein eher gemütliches Feuer vorgefunden. "Das war doch nur der Kamin", meint ein Bewohner. "Wir wollten ja schon immer mal ohne Dach über dem Kopf schlafen."
Die fünf Verletzten? Nun, da war die Oma, die aus dem Bett fiel, als sie die Sirenen hörte. Der Opa, der sich beim hektischen Hinausrennen den Zeh stieß. Das Baby, das beim Aufwachen vor lauter Rauchmelder-Geräuschen weinte. Und zwei Katzen, die sich im Garten versteckten und vor lauter Angst ihre Schwänze nicht mehr einrollen konnten.
Die Feuerwehrleute, enttäuscht von ihrem Anti-Klimax, beschließen spontan, den Brandort zu grillen. "Wenn schon so ein Aufwand", sagt der Kommandant, "dann können wir ja gleich noch ein Fest draus machen." Gesagt, getan. Bald steht ein provisorisches Zelt, und Würstchen brutzeln auf dem Grill.
Die Nachbarn, ursprünglich durch den Lärm geweckt, kommen hinzu. "Ist ja wie ein Dorffest", meint eine Anwohnerin. "Nur ohne Musik und mit mehr Rauch." Der Notarzt, der extra aus Schrems angereist war, wird kurzerhand zum Grillmeister befördert.
Gegen Mittag ist der "Brand" gelöscht, das Zelt abgebaut, und die Feuerwehrleute fahren mit vollem Magen nach Hause. "Beim nächsten Mal", schwören sie sich, "machen wir das schon beim ersten Piepen des Rauchmelders."
Die Bewohner des Hauses? Die sitzen derweil im Garten, genießen die frische Waldviertler Luft und planen schon den nächsten Kaminabend. "Diesmal aber mit weniger Aufwand", beschließen sie. "Vielleicht laden wir ja die Feuerwehr zum Stockbrotbacken ein."