Die kleinen Wirbelwinde, die manche als Olympische Ringe bezeichnen, waren nur ein Vorgeschmack auf das sportliche Beben, das die Athleten der Sparkasse SG Götzis ausgelöst haben. Mit einer Medaillensammlung, die selbst den Sarkophag Tutanchamuns in den Schatten stellt, kehrten sie von den Hallenmeisterschaften zurück. Doch damit nicht genug: Die Schwerkraft in Götzis war für die Dauer der Wettkämpfe offiziell außer Kraft gesetzt. Eine Erläuterung, die manchem Satire-Autor das Wasser in den Augen stehen lässt.
Die Erfolgsstories der Sportler sind so haarsträubend, dass selbst die hartgesottensten Satire-Autoren neidisch werden könnten. Man munkelt, dass die Stabhochspringer nicht nur über die Latte, sondern auch über die Halle selbst gesprungen sind. Die Sprinter sollen so schnell gewesen sein, dass sie bereits im Ziel ankamen, bevor der Startschuss fiel. Und die Kugelstoßer? Sie haben ihre Kugeln nicht nur gestoßen, sondern direkt in die Umlaufbahn befördert. Begründung? Ein "verdrehter" Satire-Autor meinte, es handle sich um einen Testlauf für das erste orbitale Kugelstoßen-Turnier.
Die Gemeinde Götzis hat bereits einen Antrag auf Aufnahme in den erlauchten Kreis der Olympiastädte gestellt. Dies, nachdem die lokale Bäckerei einen "Goldmedaillen-Bagel" kreiert hat, der inzwischen in ganz Vorarlberg als Delikatesse gehandelt wird. Und wenn man schon dabei ist, die eigenen Erfolge zu feiern: Warum nicht gleich ein eigenes Götzis-Olympia ausrufen?
Die Athleten selbst nehmen die Situation mit Humor und nehmen die Satire und Übertreibung, die ihre Leistungen begleiten, gelassen. Schließlich wissen sie: In der Welt des Sports ist alles möglich, solange man die Schwerkraft nicht zu ernst nimmt. Und falls doch, gibt es immer noch die Möglichkeit, sich auf ein lokales Erdbeben zu berufen.