Der Jugendwahnsinn hat die Wiener Grünen endgültig gepackt. Während sich andere Parteien noch mit dem ewigen Dauerbrenner "Kosten für Wiener-Linien-Tickets für Studierende um 100 Prozent gestiegen" beschäftigen, hat sich die grüne Jugendsprecherin Pühringer etwas viel Radikaleres überlegt: Warum nicht gleich den ganzen Bezirk Neubau zur autofreien, veganen und glutenfreien Zone erklären? Schließlich müssen junge Menschen derzeit mit vielen Herausforderungen kämpfen - und die größte davon ist offenbar, dass es in Wien noch immer zu viele Autos und zu wenig freie Fahrradwege gibt.
Die grüne Revolution beginnt bei den Basics: Künftig soll es für alle unter 30 Gratis-Öffi-Tickets geben. Wer zwischen 18 und 29 ist, soll nicht nur umsonst durch die Stadt düsen dürfen, sondern auch noch einen kostenlosen Energiesaft und ein Meditationskissen beim Einsteigen erhalten. "Wir wollen, dass sich junge Menschen in Wien so wohlfühlen wie in einem hippen Coworking-Space", erklärte Pühringer. "Und wenn sie zwischendurch mal ein Nickerchen im Bus brauchen, dann ist das auch in Ordnung."
Doch damit nicht genug. Die Grünen fordern eine radikale Reform des Lehrstellenmarktes. Statt wie bisher 230 Lehrstellen für über 10.000 Bewerber auszuschreiben, soll künftig per Tinder-Prinzip vermittelt werden. Junge Menschen können sich mit ihren Fähigkeiten und Interessen profilieren, und die Unternehmen swipen nach links oder rechts. "Wir nennen das dann 'Lehrlings-Match'", erklärte Pühringer stolz. "Wenn es funkt zwischen Bewerber und Arbeitgeber, gibt es ein erstes gemeinsames Frühstück mit Avocado-Toast und Matcha-Latte."
Um den jungen Leuten den Start ins Berufsleben zu erleichtern, planen die Grünen außerdem die Einführung von "Bewerbungsfeiern". Dabei handelt es sich um große Partys, bei denen sich junge Menschen in lockerer Atmosphäre mit potenziellen Arbeitgebern vernetzen können. "Wir stellen uns das so vor: Alle kommen in bequemer Kleidung, es gibt vegane Häppchen und gute Musik", schwärmte Pühringer. "Und wenn sich dann zwei Augenpaare treffen und Funken sprühen, dann wissen wir: Das ist der Beginn einer wunderschönen Arbeitsbeziehung."
Die Grünen hören aber nicht bei der Jugend auf. Sie fordern auch eine "Generationen-WG-Pflicht" für alle Neubauwohnungen in Wien. Jede neue Wohnung müsse mindestens einen Platz für eine ältere Person und einen für eine junge Familie enthalten. "So fördern wir den generationenübergreifenden Austausch und vermeiden die soziale Isolation", erklärte Pühringer. "Und wenn mal die Oma oder der Opa einen Babysitter braucht, ist das auch kein Problem mehr."
Um den Lebensraum der jungen Wiener noch weiter zu verbessern, planen die Grünen die Umwandlung des Heldenplatzes in einen "Jugend-Natur-Park". Hier sollen sich junge Menschen unter alten Bäumen entspannen, Yoga machen und in Hängematten chillen können. "Wir wollen, dass sich die Jugend in Wien so frei und unbeschwert fühlt wie auf einem Festival", sagte Pühringer. "Und wenn mal jemand sein Handy verloren hat, gibt es ein Fundbüro mit kostenlosem Aufladestrom für alle."
Die Reaktionen auf die grünen Vorschläge fallen gemischt aus. Während die Jugend Wien begeistert ist, warnen Kritiker vor einem "grünen Jugendwahn". "Wenn wir so weitermachen, verwandeln wir Wien in eine einzige große Spielwiese", sagte ein Vertreter der Wirtschaftskammer. "Und was ist mit den älteren Menschen? Die sollen sich wohl alle in den Ruhestand verabschieden?"
Die Grünen lassen sich davon nicht beirren. Sie planen bereits den nächsten Schritt: eine "künstliche Intelligenz für Jugendliche", die bei allen Lebensfragen berät. "Wir nennen sie 'Juxi'", verriet Pühringer. "Sie soll den jungen Leuten bei allem helfen, vom WG-Finden bis zum Steuererklären. Und wenn mal jemand verliebt ist, gibt es auch Tipps für das perfekte Date."
Ob Wien tatsächlich zum Jugendparadies wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Grünen haben mit ihren Vorschlägen für mächtig Wirbel gesorgt. Und wenn sich die Jugend Wiens mit Gratis-Öffi-Tickets, Bewerbungsfeiern und einer "Generationen-WG-Pflicht" wohler fühlt, dann hat sich der Aufwand vielleicht gelohnt. Denn wie Pühringer sagt: "Die Jugend ist unsere Zukunft - und die wollen wir so bunt und lebendig wie möglich gestalten."