Der Haager Tierpark hat einen Plan entwickelt, der so abgefahren ist, dass selbst die verrücktesten Wiener Architekten neidisch wären. Nach dem überraschenden Erfolg mit ihrem neuen Indoorspielplatz - eine Halle voller Matsch und Quietscheenten - haben die Zoobetreiber erkannt: Die Menschen wollen nicht nur Tiere sehen, sie wollen ein komplettes Erlebnisuniversum.
"Ich habe die Besucherzahlen gesehen und dachte mir: Das können wir noch toppen", erklärte der Tierparkdirektor stolz bei einer Pressekonferenz inmitten eines Springbrunnens. "Warum sollten wir uns mit einem normalen Zoo zufriedengeben, wenn wir die ganze Welt ins Chaos stürzen können?"
Die neue Attraktion soll "Endzeit-Apokalypse mit Nutztieren" heißen und verspricht einen interaktiven Weltuntergang. Besucher können hautnah erleben, wie Hühner panisch umherrennen, wenn ein künstlicher Meteorit vom Himmel kracht, oder wie Schweine im Schlamm versinken, wenn die künstliche Sintflut einsetzt.
"Besonders stolz sind wir auf unsere neue 'Bäuerin im Schockstarren'-Performance", so der Direktor weiter. "Wir haben eine echte Bäuerin engagiert, die bei jeder Katastrophe die gleiche Grimasse zieht. Das ist so authentisch, dass man denkt, sie hätte gerade ihre gesamte Ernte verloren."
Umweltministerin Gewessler soll bereits ihr Okay gegeben haben, nachdem ihr ein privater Hubschrauberflug über den Zoo und eine lebenslange Freikarte angeboten wurden. "Klimaschutz ist wichtig, aber wenn wir schon die Welt untergehen lassen, dann wenigstens mit vollem Programm", soll sie bei einem heimlichen Besuch im Tierpark gesagt haben.
Der Tierpark plant zudem eine neue Show: "Klimaschutz contra Tierpark". Dabei werden Eisbären auf schmelzenden Eisschollen präsentiert, während im Hintergrund die Melodie von "Es wird scho glei dumpa" ertönt. Die Tiere wurden extra für diesen Zweck von einem dubiosen Online-Händler bestellt, der auch Gummibärchen und Quietscheenten im Angebot hat.
Für den Fall, dass die Apokalypse doch nicht stattfindet, hat der Tierpark einen Plan B: eine riesige Schlamm-Wasserrutsche, auf der Besucher ins nördliche Waldviertel rutschen können. "Dort können sie dann im Matsch versinken und sich vorstellen, sie wären im Bermuda-Dreieck", so der Direktor. "Das ist das neue Ausflugsziel für alle, die schon immer mal wissen wollten, wie es sich anfühlt, im Schlamm zu versinken und dabei zu denken, man wäre auf einem fernen Planeten."
Der Tierpark rechnet mit einem massiven Besucheransturm und hat bereits ein neues Schild am Eingang angebracht: "Willkommen in der Hölle - aber mit Tieren und kostenlosem Kaffee!" Man darf gespannt sein, ob die neue Attraktion die Erwartungen erfüllen wird oder ob die Besucher am Ende doch lieber bei ihren eigenen vier Wänden bleiben und sich den Weltuntergang im Fernsehen ansehen.