Es ist ein Wechsel wie gemacht für eine Satire: Zwei Geschwister übernehmen ein Haubenlokal in Innsbruck, um die Stadt endlich auf die Gastro-Landkarte zu katapultieren. Ben Glowacz, 30, der bisherige Sous Chef, übernimmt die Küche. Seine Schwester Nadine, ebenfalls 30, kümmert sich um den Service. Das Ziel ist klar: ein Stern für Innsbruck. Und wenn es nach Nadine geht, auch für den Kellner, der sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringt.
Ben gilt als begnadeter Koch, der selbst aus einem alten Turnschuh noch eine Amuse-Gueule zaubern kann. In Salzburg im Hangar-7 ausgebildet, bringt er nun seine Philosophie nach Tirol: "Weniger ist mehr - außer es geht um Butter, da darf es ruhig mehr sein." Sein Markenzeichen: Gerichte, die auf dem Teller so minimal daherkommen, dass man beim Essen fast ein schlechtes Gewissen hat, sie zu stören.
Nadine hingegen will mit Service-Perfektion glänzen. Ihre Spezialität: die "unsichtbare Tisch-Attacke". Dabei nähert sie sich lautlos von hinten, um den Gästen die Serviette auf die Knie zu legen - oft inklusive leichtem Herzinfarkt. Kritiker prophezeien bereits: Sollte sie ihre Technik weiter perfektionieren, könnte sie bald als einzige Service-Kraft in Österreich ohne Walking-Stöcke auskommen.
Das Geschwister-Duo hat große Pläne. Neben dem Michelin-Stern wollen sie auch den "Tiroler Ober serviert Tiroler Unter"-Award gewinnen. Bisher gibt es den nur für Traditionsgasthäuser, doch mit Nadines Talent könnten sie den Wettbewerb aufmischen - und vielleicht sogar den Kellnern die Lust am Stehen rauben.
Die Erwartungen sind riesig. Die Stadt Innsbruck hofft auf kulinarische Aufwertung, die Konkurrenz auf spektakuläre Fehlschläge. Sollte das Oniriq scheitern, plant die Stadt bereits einen Trostpreis: den "Goldenen Pfannenwender für den mutigsten Kochversuch". Und sollte Nadine weiterhin mit ihrer Service-Rasanz durch die Säle wirbeln, könnte sie als nächstes den Job als Stealth-Ninja ergattern.