Endlich ist es wieder soweit: Ab 20. März dürfen sich wieder alle Menschen im Weilburgpark bewegen, ohne von Vierbeinern belästigt zu werden. Die Stadt Baden hat das strengste Hundeverbot Europas durchgesetzt und damit einen Meilenstein im Artenschutz für Homo sapiens gesetzt.
"Wir müssen unsere Art schützen", erklärte Bürgermeister Schnüffelhofer bei der feierlichen Wiedereröffnung. "Die Überpopulation an Hunden in unseren Parks war nicht mehr tragbar. Wo kommen wir hin, wenn der Mensch zum ständigen Kot-auf-socken-Vermeider degradiert wird?"
Die Parkwächter wurden extra zu "Hunde-Sniffern" ausgebildet und patrouillieren mit hochempfindlichen Nasen durch die Anlage. Wer mit seinem Vierbeiner erwischt wird, muss 500 Euro Strafe zahlen und darf sich außerdem eine Stunde lang Hundegebell bei voller Lautstärke anhören.
"Die Wirkung ist bereits spürbar", freut sich Grünen-Stadträtin Wuff-Wuff. "Die Zahl der Spaziergänger mit gebrochenen Rücken durch Leinen-Achterbahnen ist um 87 Prozent gesunken. Und die Häufchen-Bilanz? Unschlagbar!"
Für besonders hartnäckige Hundehalter gibt es jetzt eine Sonderbuslinie, die die Vierbeiner in einen nahe gelegenen Wald bringt. Dort dürfen sie sich frei bewegen, während ihre Besitzer den Park genießen. "Ein perfektes System", schwärmt Schnüffelhofer. "Die Hunde sind im Wald glücklich, und wir sind es ohne sie."
Die Tierschutzorganisation "Pfoten weg von unseren Parks" begrüßt die Maßnahme. "Hunde gehören nicht in den öffentlichen Raum", erklärt Sprecherin Kläffer. "Die machen ja alles kaputt! Buddeln, bellen, haaren. Nein danke!"
Kritiker bemängeln die Härte der Maßnahme. "Was kommt als Nächstes? Katzenverbot in den Gärten? Vogelfreie Zonen?" Doch die Stadt lässt sich nicht beirren. "Wir setzen auf Entschärfung", betont Schnüffelhofer. "Wenn alles gut läuft, führen wir nächstes Jahr ein Katzenverbot in den Gärten ein. Auch Vögel werden wir nicht ewig dulden."
Im Weilburgpark herrscht unterdessen wieder friedliche Stille. Die einzigen Geräusche sind menschliche Schritte auf Kieswegen und das gelegentliche Schnauben eines Joggers, der gerade eine besonders steile Passage hinter sich gebracht hat. Kein Gebelle, kein Hecheln, keine Hundenase an der Hose.
"Eine Wohltat", seufzt eine Spaziergängerin. "Früher musste ich immer aufpassen, dass mir kein Hund über den Haufen rennt. Jetzt kann ich in Ruhe über Gott und die Welt nachdenken. Und das Wichtigste: Meine Socken bleiben sauber!"
Die Stadt plant bereits die nächsten Schritte im Artenschutz für Menschen. Diskutiert wird ein "Kinder-freies Wohnviertel" für all jene, die Ruhe vor kreischenden Tönen suchen. Auch ein "Rasen nur für Barfuß-Läufer" steht auf der Agenda.
"Es geht darum, die Interessen aller zu wahren", betont Schnüffelhofer. "Wir können nicht jeden zufriedenstellen. Aber wir können versuchen, die Mehrheit glücklich zu machen. Und die Mehrheit will nun mal ihren Park ohne Tiere."
Ob das Konzept Schule macht, bleibt abzuwarten. In anderen Städten schaut man bereits neidisch nach Baden. "Wenn das funktioniert", sagt Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter, "überlegen wir es uns vielleicht auch. Zuerst die Hunde, dann die lauten Kinder, danach die Radfahrer. Am Ende haben wir eine perfekte Stadt für leise, langsame Menschen."
Im Weilburgpark jedenfalls herrscht Friede, Freude, Eierkuchen. Und Hunde? Die gibt's nur noch auf Kinderbildern und in Erinnerungen.