Seit die Opposition den Stadtrechnungshof mit neuen Prüfanträgen bombardiert, herrscht bei den Innsbrucker Stadtbediensteten große Unruhe. Dabei geht es diesmal nicht nur um die bekannten Sonderverträge, bei denen man sich schon wundert, wie manche Leute für so wenig Arbeit so viel Geld bekommen. Nein, jetzt soll auch noch hinter die Kulissen der vermeintlich netten Zulagen und Prämien geblickt werden.
"Was ist das nächste Ziel?", fragt sich der amtierende Bürgermeister, der seit Jahren mit den guten Zusatzleistungen seine Gefolgschaft bei Laune hält. "Wenn wir jetzt auch noch die Begünstigungen offenlegen müssen, dann ist der Zusammenbruch des öffentlichen Dienstes vorprogrammiert. Wer will schon noch für die Stadt arbeiten, wenn er nicht mehr nebenbei an Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und Osterhasen ran kommt?"
Die Opposition hingegen sieht das ganz nüchtern. "Transparenz ist das Gebot der Stunde", erklärt der Oppositionsführer, der sich selbstverständlich nie solche Zuwendungen gegönnt hat. "Wenn schon die Stadt Gelder verteilt, dann soll das auch für jeden nachvollziehbar sein. Wir wollen wissen, wer sich wie oft ein Dienstfahrrad auf Steuerzahlerkosten geleistet hat und wer sich über die Jahre ein kleines Vermögen an Gratis-Sommerfesten angehäuft hat."
Der Stadtrechnungshof hat bereits reagiert und kündigte an, die Prüfung mit höchster Priorität durchzuführen. Man wolle vor allem herausfinden, ob es bei den Prämien und Zulagen ähnliche Muster gibt wie bei den Sonderverträgen - also ob bestimmte Personen oder Abteilungen überdurchschnittlich profitiert haben.
In den sozialen Netzwerken wird bereits wild spekuliert. Einige User vermuten, dass die Stadt im Laufe der Jahre ein System der "stillen Verpflichtungen" aufgebaut hat, bei dem manche Bedienstete für ihre Loyalität mit netten Zusatzleistungen belohnt wurden. Andere glauben, dass es sich bei den Prämien um eine Art "Schweigegeld" handelt, um unangenehme Fragen zu vermeiden.
Fakt ist: Die Stimmung in der Innsbrucker Stadtverwaltung ist angespannt. Viele Bedienstete fragen sich, ob sie sich ihre "Nebeneinkünfte" noch leisten können oder ob sie bald auf die üblichen Zuwendungen verzichten müssen. Der Bürgermeister hat bereits angedeutet, dass er im Notfall zu drastischen Maßnahmen greifen könnte - zum Beispiel zu einer allgemeinen Kürzung aller Prämien und Zulagen.
Doch die Opposition lässt nicht locker. "Wir werden nicht eher ruhen, bis wir die Wahrheit über die finanziellen Verstrickungen in der Stadtverwaltung ans Licht gebracht haben", so der Oppositionsführer. "Die Steuerzahler haben ein Recht darauf zu wissen, wofür ihr Geld ausgegeben wird - und das gilt auch für die versteckten Prämien und Begünstigungen."