Jäger haben ein neues Phänomen entdeckt: Haustiere, die eigentlich gejagt werden dürften, entwickeln plötzlich olympiareife Kletterkünste. "Erst war es nur eine Anekdote, jetzt wird es zum Problem", sagt der Wildhüter Herbert Berger aus dem Waldviertel. "Wir hatten einen Chihuahua auf einer Eiche, einen Labrador in einer Fichte und vor zwei Tagen einen Bernhardiner auf einer Fichte. Das war kein schöner Anblick."
Der Grund für dieses bizarre Verhalten ist klar: Hunde haben gemerkt, dass sie oben sicherer sind. "Unten können sie jederzeit abgeschossen werden, oben sind sie vor der Jagd geschützt", erklärt der Verhaltensforscher Dr. Hans Wurst. "Das ist die logische Konsequenz des neuen Gesetzes."
Die Probleme sind vielfältig. Erstens können viele Hunde gar nicht so gut klettern. "Wir haben schon mehrere Tierrettungen, weil ein Dackel auf einem Baum feststeckte", berichtet Berger. Zweitens führt das zu gefährlichen Situationen im Straßenverkehr. "Autofahrer starren gebannt auf den Pudel in der Birke und übersehen dann das Stoppschild."
Die Jägerschaft fordert deshalb eine Ausweitung des Gesetzes. "Wir brauchen nicht nur ein Bodenschussverbot, sondern auch ein Baumschussverbot", sagt der Präsident der Jägerschaft Österreich, Franz Mustermann. "Und vielleicht ein Unterwasser-Schussverbot, falls die Hunde anfangen zu schwimmen."
Die Tierschützer sind gespalten. "Einerseits ist es gut, dass die Hunde sicherer sind", sagt die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Maria Muster. "Andererseits ist es Tierquälerei, wenn ein Mops versucht, einen Baum zu erklimmen." Sie schlägt vor, die Hunde mit Helmen und Seilen auszustatten.
Die Politik reagiert verhalten. "Wir prüfen derzeit, ob wir eine neue Verordnung erlassen müssen", sagt Umweltministerin Klara Klima. "Vielleicht brauchen wir einen Hunde-Kletterpass, damit nur geübte Tiere in die Höhe dürfen."
In der Zwischenzeit haben viele Hundebesitzer umgedacht. "Ich lasse meinen Schäferhund jetzt nur mehr in der Wohnung, aber auf dem Schrank", sagt die Wienerin Anna Beispiel. "Da ist er sicher und kann trotzdem auf Wildtiere aufpassen."
Die Jäger sind frustriert. "Wir können doch nicht ewig warten, bis ein Hund von alleine vom Baum kommt", sagt Berger. "Vielleicht sollten wir einfach aufhören zu jagen und uns eine andere Beschäftigung suchen. Vogelbeobachtung zum Beispiel. Da sind die Vögel wenigstens von selbst in der Luft."