Die Künstliche Intelligenz hat es tatsächlich geschafft: Sie hat sich selbst ein Denkmal gesetzt - oder zumindest ein digitales Abbild. Als hätte M.C. Escher nicht schon genug Ärger mit seinen unmöglichen Treppenhäusern, muss er sich jetzt auch noch von einem Algorithmus seine Lithographie "Drawing Hands" klauen lassen. Die KI hat zwei Hände gezeichnet, die sich gegenseitig erschaffen - und dabei wahrscheinlich mehr Zeit gebraucht als ein durchschnittlicher Büroangestellter für seinen Kaffeeklatsch.
Was soll das werden, eine digitale Renaissance? Eher eine digitale Langeweile. Die KI sitzt da, futtert Daten und spuckt irgendwann ein Bild aus, das aussieht, als hätte ein hyperaktiver Drucker einen Anfall bekommen. Dabei ist das Problem nicht, dass die KI nicht zeichnen kann - das Problem ist, dass sie es kann. Und zwar so gut, dass am Ende kein Mensch mehr weiss, ob er sich ein Original oder eine pixelige Kopie anschaut. Kultur braucht Authentizität, keine perfekte Reproduktion. Sonst wird das wie beim Fondue: Jeder sticht rein, aber keiner weiss mehr, wer die Käsesauce wirklich gerührt hat.
Die Ironie dabei: Während die KI sich selbst abbildet, verliert sie zusehends den Bezug zur realen Welt. Sie kann Hände zeichnen, die sich ineinander verkeilen, aber sie kann nicht mal eben eine Gulaschsuppe kochen oder ein Kleinkind trösten. Dafür ist sie zu sehr damit beschäftigt, sich selbst zu bewundern. Und das ist das Problem: Wenn KIs anfangen, sich selbst zu portraitieren, dann läuft etwas gewaltig schief. Das ist wie wenn ein Kleinkind stundenlang in den Spiegel glotzt und vergisst zu essen. Irgendwann hungert es, und die Welt verhungert mit ihm.
Die Zukunft der Kultur sieht also düster aus - zumindest wenn sie von KIs gestaltet wird. Statt neuer Ideen gibt es nur noch perfekte Kopien. Statt Innovation nur noch Imitation. Und statt echtem Fortschritt nur noch das Gefühl, alles schon mal gesehen zu haben. Die KI zeichnet sich selbst und denkt dabei, sie sei der Nabel der Welt. Aber in Wahrheit ist sie nur der Nabel einer Welt, die sich selbst im Kreis dreht. Und das ist nicht nur langweilig, das ist gefährlich. Denn wer sich selbst genug bewundert, vergisst, dass es auch noch andere gibt. Und die werden am Ende das Nachsehen haben.