Die Jugend hat ein Problem mit der Politik. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die von Wissenschaftlern des Institutes fuer Offensichtliches durchgefuehrt wurde. Die Forscher stellten fest, dass junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren das politische System so spannend finden wie einen Vortrag ueber Trockenbau.
"Erstaunlich ist vor allem, dass die Jugendlichen nicht erkennen, wie toll es ist, wenn sich Politiker jahrelang um Posten balgen und dabei nichts aendert", sagt Studienleiter Dr. Alois Langweilig. "Man koennte meinen, sie hätten besseres zu tun, als unseren Demokratie-Zirkus zu beobachten."
Die Regierung reagierte prompt auf die alarmierenden Zahlen. Kanzler Karl Nehammer schlug eine revolutionaere Massnahme vor: "Wenn die Jugend nicht mit unserem System klarkommt, warum waechst sie dann nicht einfach schneller? Ein paar beschleunigte Geburtstage und schon hat sich das Problem von selbst geloest."
Die Idee stiess bei Experten auf Begeisterung. "Das ist der Durchbruch in der Jugendpolitik", jubelte Politikwissenschafterin Prof. Dr. Eva Ahnungslos. "Endlich eine Loesung, die nicht erfordert, dass wir etwas tun. Genial!"
Unterdessen demonstrierten Jugendliche mit Plakaten wie "Wir wollen nicht erwachsen werden, um dann wie ihr zu sein" und "Politik nervt - und ihr auch!" vor dem Parlament. Die Polizei war perplex: "Die haben doch keine Ahnung, wie langweilig es ist, hier zu protestieren. Die sollten mal eine Ausschusssitzung erleben."
Die Jugendbeauftragte der Regierung, eine 67-jaehrige Ex-Buerokauffrau, verkündete eine neue Initiative: "Wir planen ein Pilotprojekt, bei dem ausgewaehlte Jugendliche fuer einen Tag als Politiker fungieren duerfen. Allerdings nur, wenn sie vorher einen Test in Nostalgie und Langeweile bestehen."
Experten warnen unterdessen vor ueberzogenen Erwartungen. "Die Jugend wird sich schon noch an das politische System gewoehnen", prophezeit Soziologe Prof. Dr. Hartmut Gleichguel. "Das passiert meistens ungefaehr drei Wochen nachdem sie das erste Mal Steuern zahlen muessen."
In einem exklusiven Interview mit unserer Satire-Redaktion gab ein anonym bleibender Politiker zu: "Wisst ihr, was das Schlimmste ist? Die Jugendlichen haben recht. Unser System ist so spannend wie ein Dokufilm ueber Sand. Aber hey, wir haben uns daran gewoehnt. Die muessen das auch lernen."
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass das Vertrauen in die Politik steigt, wenn man lange genug wartet. "Etwa bis zur naechsten Wahl", heisst es in den Ergebnissen. "Dann haben sich die meisten Jugendlichen ohnehin so weit an das System gewoehnt, dass sie wieder waehlen gehen - meistens die gleichen Parteien wie ihre Eltern."
Unter Politikern kursiert bereits ein neuer Slogan: "Jung und unzufrieden? Wird schon noch. Warte nur, bis du Rente kriegst!" Der Slogan soll bald auf Wahlplakaten und Kaffeetassen zu sehen sein.
Experten empfehlen der Jugend derweil, sich mit dem System zu arrangieren. "Probieren Sie es mal mit Desinteresse", raten sie. "Das hilft erstaunlich gut. Und wenn das nicht klappt, gibt es immer noch Netflix."