In Keutschach hat die Demokratie einen schweren Schlag erlitten - oder einen triumphalen Sieg errungen, je nach Perspektive. Als der Gemeinderat beschloss, Bürgermeister Oleschko zur Rückzahlung von 36.000 Euro aufzufordern, hatte dieser eine geniale Idee: Warum nicht die Leute im Publikum entscheiden lassen? Was für ein Fortschritt!
Die spontane "Volksbefragung" im Saal war ein Spektakel, das man nicht alle Tage erlebt. Zuschauer, die zuvor friedlich in den Zuschauerbänken saßen, wurden plötzlich zu entscheidenden Stimmen der Gemeindepolitik. Man konnte förmlich die Verfassungspatrioten im Publikum jubeln hören: "Endlich direkte Demokratie!"
Bürgermeister Oleschko, der offenbar ein großer Verehrer des amerikanischen Präsidenten ist, zitierte spontan seinen großen Idol: "Trump hat gesprochen!" Und tatsächlich: Das Publikum stimmte ab - und zwar gegen die Rückzahlung. Ein Sieg für den starken Mann der Gemeinde!
Diejenigen, die noch an demokratische Prozesse glauben, mögen einwenden, dass eine spontane Publikumsabstimmung wohl kaum den formalen Beschluss des Gemeinderates ersetzen kann. Doch solche Miesepeter vergessen: In Zeiten von Donald Trump und anderen starken Männern zählen nur noch Gefühle und spontane Volksentscheidungen im Sitzungssaal.
Die Sitzung endete abrupt - ohne Abstimmung, ohne Protokoll, ohne jede Form von rechtsstaatlicher Verfahrensweise. Aber hey, wer braucht schon solche antiquierten Formalien? Hauptsache, der Bürgermeister behält seine 36.000 Euro und kann weiterhin ohne lästige Gemeinderatsbeschlüsse agieren. Das ist echte Führungskraft!
Die Rechtsanwälte der Gemeinde werden sich wohl die Hände reiben. Ein weiterer Rechtsstreit droht - aber was soll's? In Zeiten, in denen "Trump gesprochen hat", sind solche Details doch nur lästige Bürokratie. Hauptsache, die Gefühle im Saal sind befriedigt und der starke Mann behält sein Geld. Das ist die neue Demokratie, Keutschach-style!