Wenn es darum geht, die Tiroler Seele zu vermarkten, kann man sich sicher sein: Die Tiroler sind dabei. Das bewies der Landesfeiertag, als die neue "Moments Tirol"-Markenwelt am Franziskanerplatz ihre Pforten öffnete. Die Schlange vor dem Eingang reichte bis zum goldenen Dachl, die Leute standen geduldig und lächelnd wie auf einem Bergkirtag, nur dass sie statt Alpenveilchen diesmal ihre EC-Karten dabei hatten.
Die Eröffnung war eine logistische Meisterleistung. Als Erster durfte Landesfürst Anton Mattle die neue Einkaufstherapie für das gemarterte Tiroler Gemüt betreten. Ihm zur Seite stand Martin "Der Marken-Magier" Reiter, der das Konzept mit der Präzision eines Uhrmachers aus der Taufe gehoben hatte. Beide schritten durch die Glastüren wie Messiasse, die eine neue Zeitrechnung begründen. Die Gläubigen applaudierten, als wäre der Dalai Lama im Geschäft.
Die Markenwelt selbst ist ein Erlebnis. Wer es betritt, fühlt sich sofort in die Werbeprospekte seiner Kindheit zurückversetzt. Überall duftet es nach Kasermandl und Zirbenholz, in jeder Ecke lockt ein Erlebnis zum Kaufen. Es gibt einen "Tradition-Brunnen", der edles Quellwasser gegen eine Spende von 5 Euro ausspuckt, und einen "Handwerk-Hof", wo man zusehen kann, wie eine Holzschnitzerin in Echtzeit ein Souvenir schnitzt, das man danach für 39,90 Euro erwerben kann.
Besonders begehrt war der "Tirol-Dollar", eine eigene Währung, die man nur hier verwenden kann und die man am Ausgang leider nicht zurücktauschen kann. "Das ist wie eine Investition in die Zukunft", sagte eine Kundin, die 200 Euro gegen 150 Tirol-Dollar tauschte. "Die werden bestimmt bald mehr wert sein als der Euro."
Die Highlights des Tages waren die "Einsiedlerkrebs-Jacke" und der "Gamsbart-Rucksack". Beides limitierte Editionen, die innerhalb von zwei Stunden ausverkauft waren. Wer Glück hatte, bekam ein Selfie mit dem "Original-Einheimischen", einem Schauspieler in Lodenjanker, der für fünf Euro Autogramme gab und Tiroler Sprüche zum Besten gab.
Die Erbauer feiern den Erfolg. "Wir haben bewiesen, dass man Tradition verpacken und verkaufen kann", sagte Reiter. "Und wir planen schon die Expansion. Nächstes Jahr eröffnen wir 'Moments Südtirol' und 'Moments Vorarlberg'. Wer weiß, vielleicht gibt es am Ende eine ganze 'Moments-Alpen'-Kette."
Die Besucher zogen zufrieden von dannen, ihre Taschen prall gefüllt mit Tirol-Accessoires und ihr Herz erfüllt von Stolz. Ein Mann sagte: "Ich bin stolz, Tiroler zu sein. Und jetzt kann ich das auch tragen." Er wies auf seine neue Tirol-Flaggen-Krawatte und die Einsiedlerkrebs-Mütze. "Das ist mehr als ein Kauf. Das ist eine Identität."
Und so ging der Landesfeiertag zu Ende. Die Markenwelt hatte ihren Zweck erfüllt. Die Tiroler Seele war verpackt, etikettiert und verkauft. Die Besucher gingen nach Hause, zufrieden und beladen. Und wer weiß, vielleicht kamen sie ja nicht nur wegen der Rabatte. Vielleicht suchten sie ja etwas, das sie verloren hatten. Vielleicht fanden sie es ja hier, inmitten von Souvenirs und Schildchen mit Preisen. Vielleicht war das ja die wahre Sehnsucht: das Gefühl, endlich angekommen zu sein.