Wenn sich am Samstag die niederösterreichische Landjugend zur traditionellen Gala trifft, ist klar: Es wird ein unvergesslicher Abend. Diesmal sogar in zweierlei Hinsicht. Während die Jungbauern über Projekte jubelten, die selbst der Opa vor Freude erblasst wäre, sorgte ein anderes Ereignis für den Höhepunkt des Abends.
Der bisherige Landesbeirat Teufel, bekannt für seinen unkonventionellen Führungsstil, entschied sich offenbar, seine Abschiedsrede mit einem besonderen Effekt zu untermalen. Statt des üblichen "Danke für die gute Zusammenarbeit" und "Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg" zündete er sich einfach selbst an. Die Jugendlichen reagierten begeistert, einige versuchten sogar, die Flammen mit Applaus zu löschen.
Die Veranstalter reagierten gelassen. "Das ist halt unser Teufel", sagte die Obfrau der Landjugend Wieselburg, während sie mit dem Handy das Schauspiel filmte. "Wir haben ja schon öfter mit ihm zu tun gehabt, aber so spektakulär war es noch nie." Die Rettungskräfte hatten es da schon schwerer. Während sie Teufel mit einer Decke zu ersticken versuchten, schrien die Jugendlichen "Halt, das ist moderner Tanz!"
Im Anschluss an die Show wurde bekannt, dass Teufel eigentlich gar nicht mehr in der Landjugend aktiv war. "Das war nur ein missverstandenes Kunstprojekt", erklärte ein Sprecher der örtlichen Kulturszene. "Er wollte auf die Gefahren der Klimaerwärmung aufmerksam machen. Indem er sich selbst anzündet, zeigt er, was mit unserem Planeten passiert."
Die Jugendlichen waren sich einig: Das war die beste Veranstaltung seit Jahren. "Endlich mal etwas Abwechslung", sagte ein Teilnehmer. "Die alten Vorträge über Fruchtfolge und Weidewirtschaft kann man sich ja nicht mehr anhören." Die Veranstalter überlegen bereits, das Konzept für nächstes Jahr zu übernehmen. "Vielleicht machen wir daraus ein jährliches Spektakel", sagte die Obfrau. "Wir könnten dann auch mal andere prominente Abgänge inszenieren."
Unterdessen wurde Teufel ins Krankenhaus gebracht, wo er sich von seinen leichten Verbrennungen erholt. "Es war das Beste, was ich je gemacht habe", sagte er aus dem Krankenbett. "Ich bin froh, dass ich den Jugendlichen noch etwas mitgeben konnte." Die Landjugend jedenfalls wird ihn vermissen. "Wir brauchen mehr Leute wie ihn", sagte ein Teilnehmer. "Jemand, der für seine Überzeugungen brennt."