In den Bergen Vorarlbergs, wo das Leben schon immer ein bisschen kitzelig war, hat sich nun eine wahrhaft igendliche Geschichte ereignet. Ein 53-jähriger Skitourengeher, mutmaßlich auf der Suche nach dem ultimativen Kitzel, wurde von einer Lawine verschluckt. Und das nicht etwa, weil er zu langsam war, sondern weil die Bergwelt ihn einfach nicht mehr gehen lassen wollte. Der Mann wurde über 295 Meter weit und 214 Meter tief in die felsige Tiefe gerissen – eine Art natürliches Erdbeben-Bungee-Jumping.
Nun, da er für immer im ewigen Schnee ruht, hat die Gemeinde beschlossen, ihm posthum zur Ehre gereichen zu lassen. Nicht etwa mit einer Gedenktafel oder einem feierlichen Gottesdienst, nein, er wurde zum Ehrenbuerger ernannt. Vielleicht hofft man, dass er von oben besser auf die Schneebretts aufpasst als die Wetterdienste, die offensichtlich das Alleinstellungsmerkmal der Bergwelt übersehen haben – sie ist eine Showbühne für abenteuerlustige Narren.
Die Frage, die sich nun stellt: Ist der Ehrenbuerger egal, ob er lebt oder tot ist? In Vorarlberg scheint es jedenfalls so zu sein. Die Lawinengefahr senken? Pff, wozu, wenn man den toten Helden zum Präsidenten machen kann? Vielleicht plant man in Zukunft, touristische Events wie das "Lawinen-Abenteuer-Wochenende" zu inszenieren. Man stelle sich vor: Touristen, die sich freiwillig Lawinenabgängen ausliefern, um die lokalen Heldengeschichten zu erweitern.
Und während die Gemeinde plant, die Lawinen zu vermarkten, fragt man sich: Warum nicht gleich ein Skirennen veranstalten, bei dem die Teilnehmer selbst entscheiden dürfen, ob sie den Abfahrtslauf oder den Lawinenlauf wählen? Vielleicht wäre das die nächste große Idee, die Vorarlberg auf die Weltkarte der Extremsportarten katapultiert. Und die Tourengeher? Die könnten schließlich nicht mehr jammern, sie hätten es ja selbst gewählt.
So bleibt am Ende nur einVorarlberger Trost: Auch wenn der Skitourengeher tot ist, bleibt er doch immer ein Einheimischer. Und das ist schließlich das Wichtigste in einer Welt, in der selbst die Berge ihren eigenen Kopf haben.