Als wäre der Fußball nicht schon verwirrend genug, hat Yusuf Ebrahim jetzt eine Idee, die selbst erfahrene Trainer den Kopf schütteln lässt. Nach der herben Derby-Niederlage und dem Fehlstart ins Frühjahr entschloss sich der Spielertrainer von SC Lilienfeld zu einer drastischen Maßnahme: Er erklärte Eckbälle kurzerhand zu einer Art Spielverderber-Event, das es zu verhindern gilt - notfalls mit allen Mitteln.
Die Lösung klingt simpel: Wenn der Gegner anzeigt, dass er eine Ecke ausführen will, legt sich der Lilienfelder Torwart sofort schlafen. Genau, mit dem Rücken zum Spielfeld, Arme verschränkt, und wenn möglich sogar mit einem kleinen Kissen ausgerüstet. Der Plan dahinter: Der gegnerische Spieler soll verwirrt sein und entweder den Ball nicht mehr hochbekommen oder sich beim Schuss verletzen, weil er zu lachen anfängt.
Der Effekt war verblüffend. In der ersten Halbzeit stand der gegnerische Stürmer mehrmals am Strafraumrand, wartete auf den Eckball, und unser Torwart lag da wie ein toter Fisch. Die Zuschauer wussten nicht, ob sie jubeln oder lachen sollten. Einige begannen sogar mitzusingen: "Der Schlumpf, der Schlumpf, der schläft am Eckball."
Doch der eigentliche Clou kam in der zweiten Halbzeit. Lilienfelds Abwehr stellte sich auf eine neue Taktik ein: Jeder Spieler durfte sich aussuchen, ob er bei Ecken lieber schlafen, meditieren oder Yoga machen wollte. Der Effekt war verheerend für den Gegner: Wie sollte man einen Eckball ausführen, wenn die ganze Abwehr in Trance versunken ist? Einige Spieler versuchten sogar, den Ball zwischen den Yoga-Übenden durchzudribbeln - mit mäßigem Erfolg.
Die Schiedsrichter waren überfordert. Sie wussten nicht, ob sie einschreiten oder das Ganze als "neue Form des geistigen Fußballs" abtun sollten. Ein Linienrichter flüsterte seinem Kollegen zu: "Das ist ja schlimmer als ein Poetry-Slam auf dem Platz."
Am Ende des Spiels stand es 0:0, aber die Statistik zeigte: Fünf der letzten sieben Gegentore kassierte Lilienfeld immer noch nach Standards - allerdings nur, weil die gegnerischen Spieler so sehr lachten, dass sie den Ball nicht mehr kontrollieren konnten. Yusuf Ebrahim ist stolz. Er hat bewiesen: Wenn man die Eckbälle nicht verteidigen kann, dann schläft man einfach drüber weg. Fußball kann so einfach sein - zumindest in Lilienfeld.