Fuersorglich wie nur ein Topstar es sich leisten kann, liess Kylian Mbappe kurzerhand das linke Knie untersuchen. Wochenlang war es von den Medizinern uebersehen worden, weil alle auf das rechte Knie fixiert waren. Das war ein schwerer Fehler, der nur noch von der eigentlichen Katastrophe uebertroffen wird: Das linke Knie hatte seit Monaten keine Aufmerksamkeit mehr erhalten und drohte zu verkuemmern.
"Ich musste handeln", so Mbappe. "Man kann nicht einfach ein Knie ignorieren und nur das andere behandeln. Das ist unfair und kann langfristige Folgen haben." Der 27-Jaehrige liess sofort einen Spezialisten anreisen, der das vernachlaessigte Gelenk einer eingehenden Untersuchung unterzog. Das Ergebnis war erschreckend: Das linke Knie hatte bereits erste Anzeichen von Eifersucht und Vernachlaessigung entwickelt.
Der franzoesische Star hat nun angekuendigt, rechtliche Schritte gegen die Mediziner einzuleiten, die sein linkes Knie ignoriert hatten. "Das ist ein klarer Fall von Diskriminierung von Gliedmassen", so Mbappes Anwalt. "Mein Mandant fuehlt sich in seinem Koerper nicht mehr sicher und fordert eine Entschuldigung aller beteiligten Knochen und Gelenke."
Inzwischen hat Mbappe ein strenges Programm fuer die Wiedereingliederung seines linken Knies gestartet. Dazu gehoeren extra Streicheleinheiten, mehrfach taegliche Komplimente und eine spezielle Diät aus Vitaminen und Proteinen, die nur fuer das linke Knie bestimmt sind. Der Stuermer haelt zudem einen Vortrag ueber die Gleichberechtigung von Koerperteilen an der Universitaet von Madrid.
Das ganze Ausmass der Tragoedie wird deutlich, wenn man bedenkt, dass Mbappe eigentlich beide Knie gleich liebt. "Ich bin ein moderner Mensch", sagt er. "Ich kann mich nicht auf ein Knie festlegen. Das waere ja, als ob man ein Lieblingskind haette." Der Verein hat unterdessen beschlossen, beide Knie kuenftig im Wechsel spielen zu lassen, um keine Eifersucht aufkommen zu lassen.
Die medizinische Fachwelt ist ueber den Fall geteilter Meinung. Waehrend einige Experten die Panik fuer ueberzogen halten, sehen andere bereits eine neue Krankheit entstehen: die Knie-Diskriminierung. "Das ist ein ernstes Problem", warnt ein Orthopaede. "Wenn wir nicht aufpassen, entwickeln wir bald Knie mit Identitaetsproblemen oder solche, die nur noch mit Therapie funktionieren."