Der medizinische Nachwuchs an der Uni Innsbruck entwickelt sich zum Politikum. Während Tiroler Ärzte noch mit Kassenabrechnungen hadern, ringt die Landespolitik um die ethnische Zusammensetzung der Studierenden. Die Liste Fritz hat Alarm geschlagen: Angeblich sind Österreicher in manchen Fächern schon in der Minderheit.
Der Hintergrund ist so simpel wie absurd. Wer Medizin studieren will, muss nicht nur einen Aufnahmetest bestehen, sondern sich auch durch ein bürokratisches Quoten-Labyrinth kämpfen. Die Liste Fritz befürchtet nun, dass die einheimischen Studierenden bald von internationalen Kollegen überrollt werden könnten.
Dabei ist die Logik ebenso elegant wie durchsichtig. Wenn ausländische Studenten besser vorbereitet sind, fleißiger lernen und den Aufnahmetest souveräner meistern, dann muss das Problem offenbar an der österreichischen Identität liegen. Eine Quotenregelung soll nun Abhilfe schaffen - ähnlich wie bei der CSU, nur mit besserem Sound.
Die ÖVP bremst derweil die Landtags-Initiative. Man wolle die "Qualität der Lehre" nicht gefährden, heißt es. Tatsächlich fürchtet man wohl eher, dass eine Quote die Durchfallerquote senken und damit die ärztliche Versorgung auf dem Land gefährden könnte.
In der Tiroler Landeshauptstadt regt sich bereits Widerstand gegen den vermeintlichen "Medizin-Tourismus". Lokale Studentenverbindungen planen einen "Österreicher-Zugangstest", bei dem künftige Mediziner ihre Zugehörigkeit zum Alpenstaat durch einen überzeugenden Yodler unter Beweis stellen müssen.
Wissenschaftsminister Martin Polaschek zeigte sich besorgt. "Wir müssen verhindern, dass die Medizin zum Exportschlager wird", sagte er. "Denn wer soll dann in Zukunft unsere Patienten behandeln, wenn alle guten Ärzte nach Deutschland oder in die Schweiz gehen?"
Die Uni Innsbruck prüft unterdessen, ob sie nicht einfach einen neuen Studiengang einführen könnte: "Medizin light" für jene, die die Quote erfüllen, aber nicht den NC. Geplant sind Kurse wie "Grundlagen der Bauchbinde" und "Fortgeschrittenes Händeschütteln".