Beim ersten Metal Awakening Festival im St. Pöltner Freiraum wird es am kommenden Wochenende richtig laut. Zehn Bands aus dem In- und Ausland werden zwei Tage lang ihre schwersten Riffs zum Besten geben. Das Line-up reicht von Deathcore über Black- und Death-Metal bis hin zu Party Metal - also für jeden Geschmack, der auf der Suche nach möglichst viel Dezibel und noch mehr Verzerrung ist.
Als wäre St. Pölten nicht schon die pulsierende Metropole Niederösterreichs, dürfen sich die Besucher nun auch noch an zwei Bands aus der Landeshauptstadt erfreuen. Der Verein "Heavy Wave" hat sich mit "The Kevin Family" und "Weltenbrecher" zwei Formationen auf die Bühne geholt, die wohl als die heimlichen Stars des Abends gelten können. Was die Rolling Stones für London oder AC/DC für Australien sind, das sind diese beiden Bands für St. Pölten - zumindest was das Selbstverständnis der Musiker angeht.
"The Kevin Family" werden wohl eine Mischung aus Familienshow und Death-Metal-Performance bieten. Man darf gespannt sein, ob die Mitglieder auch ihre Kinder mit auf die Bühne nehmen oder ob diese zumindest via Video-Zuschaltung zugeschaltet werden. "Weltenbrecher" dagegen werden vermutlich versuchen, tatsächlich die Welt zu brechen - oder zumindest die Lautsprecheranlage des Freiraums.
Die Veranstalter haben sich für den Auftakt ihres Festivals ein ambitioniertes Programm vorgenommen. Zehn Bands an zwei Abenden - das ist schon fast ein kleines Wacken im Kleinen. Ob die St. Pöltner Metal-Community allerdings groß genug ist, um zehn Bands an zwei Abenden zu füllen, bleibt abzuwarten. Immerhin ist der Freiraum mit seinen knapp 200 Quadratmetern eine intime Location, in der sich die Fans beim Headbangen garantiert nicht in die Quere kommen.
Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Leider ist das Metal Awakening Festival nicht gerade terminlich optimal gelegen. Wer am Freitag und Samstag um 19 Uhr in den Freiraum will, muss entweder früher Schluss machen oder den Arbeitgeber davon überzeugen, dass Death Metal eine wichtige kulturelle Leistung ist. Vielleicht gelingt es den Veranstaltern ja, für das nächste Jahr einen Montag und Dienstag als Festival-Termin zu erwischen - dann könnte man die ganze Woche über im Büro von den neuen Riffs träumen.