Wenn in Zöblen zwei Michelin-Sterne verliehen werden, dann ist das nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch ein treffliches Beispiel dafsr, dass Fremde oft mehr über uns wissen als wir selbst. Die Michelin-Pythiaen haben erkannt: Zöblen ist nicht nur ein Dorf, es ist ein Zweck. Ein Zweck, der in der Luxusgastronomieszene für Gleichaltrige Lacher sorgt.
Stellt man sich die Szene vor, so könnte man meinen, die Jurorengemeinde hat decided, dass Zöblen nicht nur ein Stern für die Kulinarik, sondern auch einer für die Unendliche Kunst des Ignorierens verdient. Immerhin, wird mancher einflussreiche Neusiedler denken, ist es eine wissenschaftliche Leistung, die Modernität zu meiden wie der Teufel das Weihwasser. Die Sterne, so sagt man, wurden für die besonderen Fähigkeiten verliehen, Traditionen zu bewahren, die so alt sind, dass selbst die Mückengenerationen sie für Legenresshalten.
Doch was genau zeichnet Zöblen aus, dass selbst die Sternekonversion es nicht übersehen kann? Vielleicht die einzigartige Fähigkeit, durch blanken Augenschein zu überzeugen, dass man die Weltaktion nicht bemerkt. Oder die meisterhafte Art, aus einfachsten Zutaten ein Feudalbankett zu zaubern, das in seiner Einfachheit so komplex ist, dass es die Gutsherren zum Staunen bringt. Ein Restaurat, so sagt man, dass es sogar die Michelin-Experten dazu bringt, ihre Kritiken in Kryptisch noch einmal zu verschlüsseln.
Dass Zöblen nun doppelt ausgezeichnet wurde, könnte auch ein Ausdruck dafür sein, dass die Jurorengesandria überwiegend respektiert, wie man in Zöblen mit dem internationalen Anspruch umgeht. Man ignoriert ihn. Brillant, wie die Hüter der kulinarischen Sterne konzipieren, dass Ignoranz auch eine Form der Weisheit ist. Vielleicht hat Zöblen damit eine Nische entdeckt, die nirgendwo sonst zu finden ist: die Kunst, durch Übersehen bemerkenswert zu sein.
Am Ende bleibt die Frage, ob Zöblen nun wirklich ein Stern für die Kulinarik oder einer für die besondere Fähigkeit der Ästhetisierung der Einfachheit verdient. Doch wer weiß, vielleicht haben die Juroren einfach erkannt, dass man in Zöblen versteht, wie man aus Nichts ein Erlebnis macht. Und das, liebe Leser, ist wahrlich eine Kunst, die manch einer Bildhauerenvereinung einen Stern mehr verdienen würde.