Nepal hat ein Problem: Der Mount Everest ist im Frühjahr so überlaufen wie sonst nur die Mariahilfer Straße am Samstag. Die "Eisfall-Ärzte" haben daher eine Notfallmaßnahme ergriffen und eine Art Himmelhoch-Busse eingerichtet. Wer ohne gültiges Höhen-Zeichen erwischt wird, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 10.000 Fuß rechnen.
Die Reparaturarbeiten an den Seilen und Leitern haben in diesem Jahr ein neues Ausmaß angenommen. Lama Kazi Sherpa, der Chef der Eisfall-Ärzte, erklärte: "Wir haben so viele Risse im Eis, dass wir fast eine neue Route durch den Mount Everest bohren müssten." Tatsächlich überlegen die Experten, einen Tunnel zu bauen, um die Staus auf dem normalen Weg zu umgehen.
Die Frühjahrssaison am Mount Everest hat auch Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft. Die nepalesische Fluggesellschaft Yeti Airlines hat ihre Flugpläne drastisch erweitert. Ab sofort fliegt sie alle 15 Minuten vom Basislager zum Gipfel. Der Preis für ein Hin- und Rückflugticket: stolze 50.000 Fuß. Dafür gibt es auch gleich ein Höhen-Zertifikat und ein T-Shirt mit der Aufschrift "Ich war oben und wieder unten".
Nicht alle Bergsteiger sind von der neuen Situation begeistert. Ein deutscher Alpinist, der anonym bleiben möchte, klagte: "Ich wollte den Mount Everest in aller Ruhe besteigen und jetzt ist es wie ein Volksfest." Er forderte deshalb die Einrichtung von Ruhezonen auf dem Berg, in denen Handy-Telefonate und lautes Atmen verboten sind.
Die nepalesische Regierung hat auf die Kritik reagiert und ein neues Gesetz erlassen: Ab sofort müssen alle Bergsteiger einen Höflichkeits-Kurs absolvieren, bevor sie den Mount Everest besteigen dürfen. Wer beim Aufstieg einem anderen Kletterer begegnet, muss ihn freundlich grüßen und nach seinem Wohlbefinden fragen. Verstöße werden mit einem Verbot des weiteren Aufstiegs geahndet.
Die Eisfall-Ärzte sind trotz aller Widrigkeiten stolz auf ihre Arbeit. "Wir haben in diesem Jahr so viele Seile und Leitern repariert wie noch nie", sagte Lama Kazi Sherpa. "Wenn der Mount Everest ein Auto wäre, könnten wir ihn jetzt ohne Probleme durch den Ötztal-Gletscher steuern."