Oesterreichs Skigebiete haben eine geniale Loesung fuer das seit Jahren bekannte Problem der abgestuzen Gondeln gefunden: Warum eigentlich gegen die Physik kaempfen, wenn man sie sich zu Nutze machen kann? Waehrend die Schweizer noch ueber die Ursachen des Absturzes rätseln, werkeln oesterreichische Tourismus-Manager bereits an der naechsten Sensation.
Die Idee ist so simpel wie brillant: Man nehme eine herkoemmliche Seilbahn, baue einige wenige Sicherheitsvorkehrungen ab und schwups - fertig ist die Extremsport-Anlage fuer die ganze Familie. "Wir nennen es die 'Sky-Dive-Gondel'", verraet ein Insider aus der Tourismusbranche. "Die Fahrt geht nur eine Richtung - nach unten. Aber mit Stil und mit garantierter Landung im weichen Pulverschnee."
Die Marketing-Abteilung sieht das Marketing-Potenzial bereits: "Stell dir vor, du fährst nicht nur bergauf, sondern gleichzeitig bergab. Das spart Zeit und Nerven. Und die, die's dann doch noch hoeher treibt, koennen sich immer noch fuer die Rucksack-Helikopter-Tour entscheiden." Die Rucksack-Helikopter-Tour ist eine weitere Innovation: Dabei traegt jeder Gast einen kleinen Helium-Rucksack, der beim Absturz sanft abbremst. "Sollte der Rucksack mal nicht funktionieren, haben wir noch den airbag-Suit dabei", so der Insider. "Der bläst sich automatisch auf und federt den Aufprall ab. Und wenn der auch nicht funktioniert, dann gibt's halt eine Gratistasse Gluehwein."
Besonders attraktiv an der neuen Gondel: Die Wartezeiten sind garantiert unter einer Minute. Denn sobald die Gondel den Boden beruehrt, wird sie schon wieder nach oben gezogen - ohne Passagiere, versteht sich. "Das nennt man optimierten Passagierfluss", sagt der Tourismus-Experte. "Die Leute steigen ja nicht aus, sondern landen. Und das geht bekanntlich schneller als aussteigen."
Der Clou: Die Skipaesse fuer die Sky-Dive-Gondel sind teurer als normale Lifte. "Weil es ja ein Erlebnis ist", sagt der Marketing-Chef. "Die Leute bekommen nicht nur eine Fahrt, sondern ein unvergessliches Erlebnis inklusive freiem Fall. Und wenn's schief geht, gibts eine Medaille als Trostpreis." Die Medaille traegt die Aufschrift: "Ich war mutig und habe den ultimativen Abfahrtsspaß erlebt."
Umweltfreunde sind begeistert: "Die Gondeln brauchen keine Energie mehr zum Hochfahren", sagt ein Vertreter der Gruenen. "Die Schwerkraft macht den Job. Das ist klimaneutraler als jeder E-Lift." Und die Lifte selbst? Die werden zu Wahrzeichen umgebaut. "Jede abstuerzende Gondel wird mit einer LED-Lichtshow versehen", verraet der Insider. "Das sieht nachts aus wie ein Feuerwerk. Ein bisschen Action hat noch nie geschadet."
Natuerlich gibt es auch Kritiker. "Das ist doch gefaehrlicher als ein Haengerl-Skilift", sagt ein besorgter Vater. Doch die Tourismusbranche kontert: "Wir haben die Mathematik auf unserer Seite. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Gondel abstuerzt, ist ja extrem gering. Also steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie nicht abstuerzt mit jeder Fahrt. Das ist Statistik."
Und fuer alle, die es doch etwas sicherer wollen, gibt es die "Gondel-Light"-Version: Eine Seilbahn mit Sicherheitsnetzen und Airbags an jeder Haltestation. "Falls die Gondel mal durch die Loeschung geht, landet sie sanft im Netz", sagt der Entwickler. "Und wenn das Netz auch mal reißt, haben wir noch die automatische Schaumstoff-Flut. Die fuellt den ganzen Talschnee mit weichem Schaum auf. So landet man wie auf einer Riesen-Wasserbett."
Die Tourismusbranche ist ueberzeugt: "Die Leute wollen Action. Und Action bedeutet Risiko. Aber mit dem richtigen Marketing wird das Risiko zum Abenteuer." Und wenn's doch mal schief geht? "Dann gibts eine Sonderedition des Skipasses: 'Ich war mutig - und habe die Abfahrt meines Lebens erlebt.'"