In Neunkirchen badet man jetzt nicht nur die Kinder, sondern gleich die ganze Stadt. Was als bescheidener Schwimmkurs für die Kleinen begann, ist zur massiven Wassersanierung ausgeartet. Die Kinder präsentieren stolz ihre neuen Fähigkeiten, während im Hintergrund die Bagger anrücken, um Thomasberg zum neuen Atlantis zu machen.
Sportlandesrat Udo Landbauer, der offensichtlich seine Kompetenzen überschätzt, hat mit seiner "SchwimmKids"-Initiative einen Stein ins Rollen gebracht, der nun als Flutwelle durchs Land schwappt. Wer hätte gedacht, dass Schwimmkurse das Zeug haben, ganze Gemeinden unter Wasser zu setzen? Die Kinder sind begeistert, die Eltern weniger, und die Gemeindebediensteten suchen gerade noch nach dem Antrag für den Bau eines Dammes.
Während die Kinder ihre ersten Schwimmzüge üben, wird in Thomasberg bereits die nächste Evolutionsstufe vollzogen. Die alten Leuchten werden nicht nur durch LED-Technik ersetzt, sondern gleich komplett unter Wasser gesetzt. Warum Strom sparen, wenn man die ganze Stadt in ein Aquarium verwandeln kann? Die Fische freut's, die Anwohner weniger.
Abgeordneter Helmut Fiedler, der gerade noch die Kinder beglückwünscht hat, steht nun vor der Frage, ob er seine Gratulationen auch an die Fische richten soll. Die LED-Leuchten unter Wasser versprechen eine besondere Atmosphäre - wenn man das Gedränge mit den Wasserschildkröten und den gelegentlichen Krokodilen in Kauf nimmt, die sich durch die Klimaerwärmung hier breitgemacht haben.
Die Initiative zeigt, wie man aus einem simplen Schwimmkurs eine komplette Stadtumbenennung machen kann. Aus Neunkirchen wird Neunkirchen-am-Tauchbecken, und Thomasberg darf sich bald offiziell "Das versunkene Licht" nennen. Die Tourismuswerbung läuft bereits auf Hochtouren: "Besuchen Sie die einzige Gemeinde Österreichs, in der man beim Gassi-Gehen schwimmen kann!"
Die Kosten für dieses ambitionierte Projekt werden natürlich von den Steuerzahlern getragen, die sich fragen, ob sie nicht besser gleich selbst schwimmen gelernt hätten. Aber keine Sorge, die Gemeinde verspricht, dass die LED-Leuchten auch unter Wasser besonders energieeffizient sind. Zumindest bis die ersten Lampen anfangen zu rosten und die ganze Stadt im Dunkeln sitzt - oder besser gesagt: im Dunkeln schwimmt.
Für die Zukunft plant die Gemeinde bereits den nächsten Schritt: Schwimmkurse für Senioren, die dann im Rollator durch die Flure des neuen Wasserzentrums navigieren. Wer weiß, vielleicht entsteht ja bald das erste unter Wasser liegende Seniorenheim Österreichs? Die Alten wären dann wenigstens vor der nächsten Hitzewelle geschützt - auch wenn sie sich eine andere Art der Abkühlung gewünscht hätten.