Nikolsdorf hat eine neue Attraktion, und die hat nichts mit Wellness oder Rodelbahn zu tun. Ein brennender Pkw hat die ÖBB-Strecke zwischen Oberdrauburg und Lienz zum ungewollten Schaulaufen der örtlichen Feuerwehr werden lassen. Der Wagen war zuvor mit den Schranken des Bahnübergangs kollidiert – offenbar um den Beginn der Karnevalssaison vorzuverlegen. Ob der Lenker selbst mit der Verkleidung unzufrieden war oder ob die Schrankenanlage eine besonders aggressive Verteidigungsposition eingenommen hatte, wird noch untersucht.
Die Freiwillige Feuerwehr Nikolsdorf rückte aus und löschte den in Vollbrand stehenden Wagen, der inzwischen einen eigenen Hitzeindex erreicht hatte. Augenzeugen berichteten von einer "magischen Rauchkulisse", die an vergangene Grillfeste erinnerte – nur dass hier kein Würstel auf den Kohlen lag, sondern der gesamte Pkw. Der Lenker wurde leicht verletzt, was in Nikolsdorf als höfliche Einladung zum nächsten Dorfabend verstanden wurde.
Die ÖBB reagierte wie immer besonnen und sperrte die Strecke für anderthalb Stunden. Züge mussten die Sperre abwarten – oder wie Insider sagen: "Die Züge machten einen kollektiven Mittagsschlaf, um Kraft für die nächste Schrankenanlage zu tanken." Die Bahnstrecke wurde kurzerhand zur "Grillzone C" erklärt, was die Passagiere aber nur bedingt freute.
Die Ursache des Autobrandes ist noch unklar. Spekuliert wird über einen spontanen Selbstreinigungsversuch des Wagens oder einen missglückten Versuch, die "Rauchzeichen" als Kommunikationsform mit der nächsten Gemeinde zu etablieren. Die Freiwillige Feuerwehr hat inzwischen einen Workshop für "Brandursachen-Forensik" angeboten, damit sich derartige Zwischenfälle nicht wiederholen – oder zumindest besser dokumentiert werden können.
Die ÖBB kündigte an, die Sperre "als kulturelles Happening" zu vermarkten und plant für das nächste Jahr ein "Festival der flüssigen Schranken". Nikolsdorf überlegt derweil, den Bahnübergang zur Gedenkstätte umzufunktionieren – mit Grillstation und Aussichtsplattform für die besten Bilder des nächsten "mobilen Lagerfeuers".