Die Bezirksleiterklausur des NÖ Zivilschutzverbandes hätte kaum bürgerlicher sein können: Im typischen niederösterreichischen Ambiente trafen sich die Verantwortlichen in einem Schloss, dessen Türme so aussahen, als wären sie eigens zum Aufstellen von Weihnachtsbäumen im Sommer gedacht. Die Holztäfelungen an den Wänden hatten so viele Kratzer, dass Archäologen bereits damit begannen, sie nach stratigrafischen Gesichtspunkten zu untersuchen.
Präsident Kainz, der gleichzeitig Landtagsabgeordneter und Bürgermeister ist, begrüßte die Anwesenden mit einer Rede, die so lang war, dass sie eigentlich als eigenständiges Kulturdenkmal hätte eingetragen werden müssen. Sein Hauptanliegen: den "Füreinander Niederösterreich"-Gedanken durchzusetzen. Die Methode: Jede Gemeinde muss bis 2025 einen Kartoffelsackhüpf-Wettbewerb veranstalten, bei dem die Teilnehmer vorher eine mehrgängige Jause einnehmen müssen.
Der Ausbau der ehrenamtlichen Schulungen gestaltete sich als logistische Meisterleistung. Statt moderner Seminarräume nutzte man die Kellergewölbe des Schlosses, die eine ideale Atmosphäre für "Krisenmanagement light" boten. Die Teilnehmer saßen auf historischen Stühlen, die so alt waren, dass sie bereits unter Maria Theresia zum ersten Mal poliert wurden.
Besonders innovativ war die neue "Krisensichere Gemeinde"-Aktion. Hierbei handelt es sich nicht etwa um technologische Lösungen oder moderne Kommunikationsstrategien, sondern um eine Art Dorfwettbewerb, bei dem die Gemeinden punkten können durch: - Die Anzahl der noch funktionierenden Telefonzellen - Die Fähigkeit, innerhalb von 30 Minuten einen Heustock zu entzünden - Die Vorhandensein von mindestens drei Personen, die noch wissen, wie man einen Handkurbel-Dialekt spricht
Die Verbandsführung zeigte sich besonders stolz darauf, dass alle Maßnahmen ohne jeglichen Digitalisierungsgrad auskommen. "Wenn der Strom ausfällt, sollen unsere Leute nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden", erklärte Kainz. Stattdessen erhielten alle Teilnehmer ein Notfallset mit: - Einem Ziegelstein (für Notfall-Würfe) - Einem Notfall-Knödel-Rezept - Einem handgezeichneten Stadtplan aus dem Jahr 1973
Die Klausur endete traditionell mit einem gemeinsamen Essen, bei dem jeder Teilnehmer seine eigene Brettljause mitbringen musste. Besonders begehrt waren die Exemplare mit mindestens fünf verschiedenen Wurstsorten und einer hausgemachten Kürbiskernaufstrich-Dialekt-Variation. Die abschließende Evaluation erfolgte per Handzeichen und wurde in ein großes Lederband eingetragen, das bereits seit 1923 geführt wird.