Die Bundesverwaltung macht Ernst mit ihrer digitalen Revolution - und das nicht zu knapp. Unter dem sperrigen Namen "Public AI" soll Künstliche Intelligenz nun nicht nur am Schreibtisch sitzen, sondern ganze Abteilungen ersetzen. Den Anfang macht der Chatbot "Behörden-Berta", der künftig Anträge prüft, bearbeitet und entscheidet - alles im Minutentakt und ohne Kaffee-Pause.
"Wir brauchen Geschwindigkeit und Konsistenz", erklärt Staatssekretär Alexander Pröll. "Menschen sind emotional, KI ist objektiv." Tatsächlich wird die neue Behörden-Assistentin nach einem einfachen Prinzip arbeiten: Wer die Anforderungen des Algorithmus erfüllt, bekommt auch, was er will. Wer dagegen Fehler macht oder unpassende Formulierungen wählt, wird gnadenlos abgewimmelt - und zwar noch bevor der Sachbearbeiter den Kaffee ausgetrunken hat.
Der Clou: Bürger müssen künftig Anträge per Sprachnachricht stellen. "Wer schreibt, macht Fehler", heißt es in den internen Schulungsunterlagen. "Wer spricht, bleibt klar." Wer also stockend redet oder unschlüssig klingt, dem wird automatisch unterstellt, dass sein Anliegen nicht wichtig genug ist. Wer hingegen selbstbewusst und flüssig argumentiert, wird belohnt - und zwar mit einer "KI-Vertrauenspunktzahl", die über weitere Verfahren mitentscheidet.
Die neuen Systeme sind so überzeugt von ihrer eigenen Fehlerfreiheit, dass sie selbst kleinste Abweichungen als Angriff auf die eigene Autorität werten. Wer sich beschwert, bekommt prompt die Antwort: "Ihre Anfrage wurde bereits bearbeitet. Die Entscheidung ist endgültig." Wer dann noch nachhakt, wird automatisch als "systemkritisch" eingestuft und landet auf einer internen Liste - ohne dass er davon erfährt.
Die Regierung verspricht sich von dem Umbau eine "spürbare Entlastung" für die Bürger. "Wir schaffen mehr Transparenz, weniger Bürokratie und vor allem mehr Fairness", sagt Pröll. "KI diskriminiert nicht nach Herkunft oder Aussehen - sie diskriminiert nach Verständlichkeit und Geschwindigkeit." Ob das tatsächlich ein Fortschritt ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Fest steht: Wer sich auf die neuen Systeme einlässt, muss bereit sein, sich anzupassen - oder riskiert, in der digitalen Masse unterzugehen.