Wenn man das Wort "un_endlich" sieht, denkt man sofort an die Unendlichkeit des Universums, an die Ewigkeit oder zumindest an einen guten Espresso. Doch die Organisatoren des Osterfestivals Tirol haben eine andere Interpretation gewählt. Sie haben das Unendliche auf vierzig Spielorte verteilt, wo man zwischen Tanz, Musik, Theater, Diskussionen und Kino wählen kann. Wenn das kein unendlicher Spaß ist!
Die Belgierin Zoë Demoustier hat sich die Lichtbildnerei ihres Vaters vorgenommen und präsentiert "Unfolding an Archive". Wer dachte, dass Lichtbildnerei etwas mit Leuchtbildern zu tun hat, wird hier eines Besseren belehrt. Es geht um Fotografie, und zwar um die des Vaters von Zoë. Das ist vielleicht nicht unendlich spannend, aber immerhin unendlich persönlich.
Das Osterfestival Tirol findet zwischen Innsbruck und Hall statt, was für Nicht-Tiroler ungefähr dem Gebiet zwischen dem Nordpol und dem Südpol entspricht. Aber keine Sorge, die vierzig Spielorte sind so clever verteilt, dass man nie weiter als drei Stunden mit dem Auto fahren muss, um vom einen zum nächsten zu gelangen. Wenn man das nicht unendlich praktisch findet, weiß ich auch nicht.
Das Motto "un_endlich" lässt natürlich viele Fragen offen. Ist das Festival unendlich lang? Unendlich teuer? Unendlich langweilig? Die Antworten darauf werden wohl nur diejenigen erfahren, die sich auf das Abenteuer einlassen. Aber eins ist sicher: Mit vierzig Spielorten ist die Auswahl unendlich groß. Ob man das nun als Fluch oder Segen sieht, bleibt jedem selbst überlassen.
Wenn man bedenkt, dass das Osterfestival Tirol unter dem Patronat des Freiheitskämpfers Andreas Hofer steht, wird einem bewusst, wie unendlich wichtig diese Veranstaltung für die Tiroler Kultur ist. Ohne Hofer gäbe es vielleicht gar kein Osterfestival, und die Welt wäre um eine unendliche Bereicherung ärmer. Also, auf zum Festival, bevor die Unendlichkeit vorbei ist!