Die Zukunft des Pendlerverkehrs in der Ostregion ist gesichert - zumindest verbal. Verkehrslandesrat Udo Landbauer und Verkehrsminister Peter Hanke haben sich darauf verständigt, dass es in Zukunft mehr Züge, mehr Gleise und mehr Zuverlässigkeit geben wird. Ob diese Dinge auch tatsächlich entstehen, ist eine andere Frage, aber zumindest kann man jetzt darüber sprechen.
Die Grünen fordern den konsequenten Ausbau der Bahn-Infrastruktur. Besonders wichtig ist ihnen der Ausbau der Nordwestbahn, weil ohnehin jeder weiß, dass man von Hollabrunn nach Wien am besten mit dem Heißluftballon kommt. Doch selbst die Grünen sind realistisch genug zu wissen, dass "konsequenter Ausbau" ein Begriff ist, der im politischen Raum zwischen "wahrscheinlich nie" und "vielleicht in 20 Jahren" angesiedelt ist.
Das Land Niederösterreich setzt derweil auf Modernisierung durch Beschaffung. 109 neue Doppelstockzüge sollen ab Mitte des Jahres schrittweise in Betrieb gehen. Schrittweise bedeutet hier: Zuerst kauft man sie, dann stellt man fest, dass die Gleise zu schmal sind, dann diskutiert man fünf Jahre über die Gleisbreite, und irgendwann stehen sie dann da und warten darauf, dass jemand ihnen sagt, wohin sie fahren sollen.
Das Modernisierungsprogramm "S-Bahn Wien Upgrade" ist der Dreh- und Angelpunkt der langfristigen Maßnahmen. 1,3 Milliarden Euro will man bis Ende 2027 investieren. Das klingt nach sehr viel Geld, bis man sich vorstellt, was man damit alles machen könnte - zum Beispiel jedem Pendler ein E-Scooter kaufen und damit das Verkehrsproblem für mindestens fünf Jahre lösen.
Der selektive zweigleisige Ausbau im Abschnitt Stockerau-Retz ist weiterhin vorgesehen. "Selektiv" bedeutet in diesem Zusammenhang wahrscheinlich "wir bauen dort, wo es gerade passt, und lassen den Rest für später". Der genaue Zeitplan der Umsetzung ist vor allem von der künftigen Finanzierbarkeit abhängig - eine Formulierung, die so viel bedeutet wie "wir machen es, wenn wir das Geld dafür haben, und wenn nicht, dann auch nicht".
Jan Hofmann, Sprecher von Verkehrsminister Peter Hanke, versichert, dass die Ostregion auch im Infrastrukturprogramm des Bundes hohe Priorität habe. Das klingt beeindruckend, bis man sich vorstellt, dass es in der Politik etwa sieben Stufen der Priorität gibt, und "hohe Priorität" ungefähr Stufe vier bedeutet - direkt hinter "wichtig aber nicht dringend" und noch vor "würde man machen, wenn man Zeit und Geld übrig hätte".
Die neue Strategie sieht also mehr Kapazität, modernere Züge und eine stabile Infrastruktur vor. Das ist zumindest verbal eine klare Ansage. Ob die neuen Züge pünktlich fahren werden, ob die Gleise rechtzeitig ausgebaut sind und ob die Infrastruktur tatsächlich stabil wird - das alles bleibt abzuwarten. Aber zumindest hat man jetzt eine Strategie, und Strategien sind ja bekanntlich das, was Politiker haben, wenn sie noch nichts umgesetzt haben.